Isla Santa Fe

05. Oktober 2015

See- / Meeresseite

Wir quälen uns früh aus dem Bett, frühstücken eine Kleinigkeit und machen uns zu Fuß auf den Weg zum Tourenverkäufer unseres Vertrauens. Wir haben sogar eine Begleitung. Der Hund des Hauses benutzt unsere zurückzulegende Strecke als morgendlichen Auslauf und weicht uns nicht von der Seite. Im Tour-Office bekommen wir Ausrüstung wie etwa einen kurzen Wetsuit, Flossen usw. Ausgestattet gehen wir von dort aus zum Hafen, auf ein nussschalengroßes Boot und wir befürchten, dass dies unser Boden unter den Füßen für die nächsten Stunden sein wird. Glücklicherweise ist es nur ein Taxiboot, das uns zum eigentlichen Ausflugsboot bringt, welches etwa 3 Minuten entfernt im Hafenbecken liegt. Wir merken schnell, dass unser Guide ziemlich pushy ist und es vermutlich keine Sonntagskaffeefahrt wird. Unseren ersten Schnorchel-Spot erreichen wir nach 45min Bootsfahrt über das offene Meer, vor der Insel Santa Fe. Wir verweilen eine halbe Stunde im ar…-kalten Nass und versuchen uns gegen die Strömung zu behaupten. Als Aufwandsentschädigung haben wir aber klares Wasser und viele schöne Fische. Wieder aufs Boot geklettert führt uns die Route zu einer Lagune – ohne Strömung. Das Wasser ist auch hier, wenn auch in geringerem Ausmaß, relativ kühl. Zumindest fühlen wir das in den kurzen Taucheranzügen so. Hier erfahren wir auch, dass wir nicht an Land gehen werden, was uns im ersten Moment etwas enttäuscht. Eine Recherche im Nachhinein ergibt aber, dass es hier eh nicht viel zu sehen gegeben hätte. Da die Santa Fe Riesenschildkröte schon vor einiger Zeit ausgestorben ist und auch sonst nicht viel auf der Insel los ist. Nach einiger Zeit im Wasser haben uns die am Ufer liegenden Seelöwen entdeckt und wohl als erkundungswürdig eingestuft. Zumindest schwimmen einige der Tierchen jetzt um uns herum und imitieren unsere Bewegungen. Das geht so weit, dass sie Unterwassersalti unseres Guides nachahmen. Das macht einen riesen Spaß. Außerdem sehen wir zum ersten Mal in unserem Leben einen Hai, der ohne Abgrenzung im gleichen Wasser schwimmt wie wir. Der liegt aber mehr oder minder faul auf dem Grund herum und ist schon nach wenigen Sekunden nicht mehr wirklich reizvoll für uns. Viel sehens- und erkundenswerter sind da schon die Galapagos Wasserschildkröten, von denen zwei unsere Wege kreuzen. Sie schwimmen auch relativ weit an der Oberfläche, so dass Andi einige Mal zu ihnen abtaucht und sie sogar berührt. Das macht ihn natürlich stolz wie Oskar. Zurück auf dem Boot wird uns ein erstaunlich leckeres Mittagessen serviert. Nur das Einnehmen fällt auf dem kleinen, sich in den Mini-Wellen bewegenden, Schiffchen schwer. Zur Entspannung geht es dann zum Sonnenbaden auf den vorderen Bereich des Schiffes von wo man einen tollen Blick über die azurblaue Lagune und die Seelöwen hat. Das Suppenkoma überwunden, nutzen Kapitän und Crew die Tour auch für ihre Belange und wollen sich etwas Nahrung aus dem Pazifik holen. Es geht angeln. Nach ein paar Minuten hat auch etwas scheinbar Großes angebissen. Dieses Etwas lässt sich aber nicht so ohne Weiteres aus dem Wasser ziehen und bietet dem Angler einen harten und andauernden Kampf. Viele Schweißtropfen später liegt das Tierchen dann doch erlegt im Boot. Beeindruckend. Es handelt sich um einen riesigen Fisch, der einen Meter Länge locker überschreitet und sich kräftig wehrt. Andi ist ganz aus dem Häuschen. Weitere Angelversuche der Crew scheitern allerdings und so bleibt es bei dem einen Fisch. Auf der Rückfahrt legt unsere Exkursionsgruppe einen Stop am Hidden Beach Santa Cruz ein. Hier ist es wirklich paradiesisch schön und das Meer wird einfach nicht tiefer. Das größtenteils durch vorgelagerte Riffe natürlich geschützte Becken dient Haien und Stachelrochen als Kinderstube. So gehen wir mit einigen Babyhaien und Babystachelrochen im knietiefen Wasser „spazieren“. Am Strand liegen wieder die pechschwarzen Meeresleguane. Eine sehr schöne und abgefahrene Kulisse! Wir sind wieder auf dem Boot und wollen uns gerade auf den Rückweg machen, als Lina beschließt, sich die Beschaffenheit des Bodens mal aus nächster Nähe anzusehen. Das arme Ding rutscht auf dem nassen Boot aus und stößt sich dabei den Ellenbogen ziemlich hart.

Auf dem Weg zum Abendessen gehen wir wieder durch die „Essensstraße“ und heute haben die Fischer wohl sehr viel Galapagos-Lobster gefangen. Für uns sind das zwar eher Riesenlangusten, aber so oder so sehen die Dinger einfach lecker aus. Wir wollen aber noch ein Stückchen weiter ins kleine Zentrum von Puerto Ayora. Hier lockt uns Il Giardino mit einer Cocktail Happy Hour, ja, wir sind versaut. Lina hat die Bilder von der Meeresfrucht noch immer im Kopf und bestellt einen Galapagos Lobster, gegrillt und mit Knoblauchbutter, der sie zum Jauchzen bringt. Andi bringen eher die Cocktails zum frohlocken, da sein Steak mit einer leckeren Koriandersauce (Sauce „Provencial“) serviert wird und wer Andi kennt weiß, dass Koriander sein Lieblingsgewürz ist. Und so machen wir uns erschöpft, der Eine satt und der Andere betrunken auf den Heimweg.