Isla Plaza Sur

07. Oktober 2015

Den Haien und Leguanen ganz nah

Heute ist ausschlafen angesagt, denn es geht erst um 08:00 Uhr los auf die nächste Insel. Plaza Sur ist zwar eine der kleinsten Inseln von Galapagos, soll aber sehr vielseitig sein und es ist quasi garantiert, dass wir Landleguane zu sehen bekommen. Los geht es erst einmal mit dem Kleinbus zur gegenüberliegenden Seite von Santa Cruz (Norden), was uns sehr entgegen kommt, da uns die letzten Tage auf dem Boot doch sehr geschlaucht haben. Wir kommen an dem Fährhafen an, an dem auch die Boote zum Flughafen übersetzen und ahnen: auch heute wird uns das Boot wohl nicht erspart bleiben. Also geht es aufs Taxiboot und gleich darauf auf unser schwimmendes Zuhause für den heutigen Tag. Wir erfahren, dass wir ca. 1,5 Stunden zu Plaza Sur unterwegs sein werden. Auf dem Weg gibt es noch einen Schnorchelstop an der Isla Santa Cruz. Das Wetter ist durchmischt und Lina hat die Schnauze voll vom kalten Wasser und der Schnorchelei. Klassischer Fall von Unterwasser-Burn out. Da die Erkältung aus Kolumbien noch nicht gänzlich abgeklungen ist, entscheidet sie deswegen, heute nicht ins Wasser zu gehen. Andi stürzt sich aber wie immer wagemutig in die auch noch so kalten Fluten und wird reichlich belohnt. Das Wasser ist glasklar und an dem Schnorchelspot wimmelt es von Galapagoshaien. Andi hat anfangs mächtig Respekt, als die Tiere plötzlich vor, neben und hinter ihm auftauchen. So nah war er diesen Tieren noch nie und es ist echt aufregend! Andi macht fleißig Fotos, damit Lina (und ihr) auch was von seinem Erlebnis haben! Danach geht es weiter Richtung Plaza Sur. Zum Glück verläuft unsere Fahrroute direkt neben Santa Cruz, sodass die See den Magen heute nicht zum Kollabieren bringt. Und da auf Regen ja bekanntlich Sonne folgt, kommt auch noch die heiß ersehnte Kugel hinter den Wolkenbergen raus und so können wir auf dem Bug des Schiffes lümmeln, rauchen und die Sonnenstrahlen genießen. Auf einmal entdecken wir Tiere im Wasser und es stellt sich heraus, dass gerade ein paar Wale an uns vorbeischwimmen. Ein besonderes Erlebnis, mit dem wir nicht gerechnet haben. Leider liegt die Kamera natürlich hinten im Boot wohin es keinen Weg gibt, sondern man erneut halsbrecherisch über die Reling klettern müsste. Somit haben wir heute kein Foto für dich. Wir genießen das jetzt egoistisch und ganz für uns. In Plazas angekommen „parken“ wir unser Boot in der Mitte zwischen der Nord- und der Südinsel. Plazas besteht aus zwei Inselteilen, die der Kraterrand eines Vulkanes sind. Wir setzen mit dem Schlauchboot über, wo wir auch gleich von mehreren Seelöwen begrüßt werden, die ordentlich Rabatz machen. Noch ganz abgelenkt von den vielen Seelöwen bemerken wir gar nicht, dass um uns herum zahllose Landleguane träge in der Sonne liegen. Die Tiere sind urzeitlich, irgendwie hässlich und doch gleichzeitig wunderschön und changieren in den Farben Grün, Gelb und Orange. Dawischen tummeln sich Eidechsen in einer beeindruckenden surrealen Landschaft mit rotem Bodenbewuchs und Kaktusfeigengewächsen. Die Leguane liegen an jeder Ecke herum und werden nur aktiv (aber dann so richtig) wenn eine der Feigen auf den Boden fällt oder eine Feige in Reichweite hängt. Unser Guide veranschaulicht das, indem er mit einem Ast (vom Boden) eine Kaktusfeige abschlägt. Sofort Rennen die Tiere los und zanken sich um das Ding. Es handelt sich hierbei nur um Sekunden bis ein Landleguan die Frucht im Ganzen verschlingt und alle wieder fröhlich nichts tun. An den Klippen der Insel wimmelt es von Vogelschwärmen und wir bekommen Tropical Birds zu sehen. Und nicht nur das. In kleinen Löchern an den Klippen finden wir verschiedene Vogeleier und sogar ein Tropical Bird – Baby, dass uns verschreckt aus seinem Loch entgegenblickt. Wir lassen ihn/ sie mal lieber weiter in Ruhe wachsen. Auf dem Weg entdecken wir einen Skorpion, der nur fingernagelgroß ist, laut unserem Guide aber tödlich sein kann. Wir bekommen gar nicht genug von den ganzen Tieren und der Guide muss uns mehrfach um etwas mehr Tempo bitten. Auf dem Rückweg sehen wir dann noch zahllose Seelöwen in allen Altersklassen. Sie suchen einen Platz in der Sonne, robben einen Meter und fallen dann erschöpft hin, ruhen sich aus, um dann wieder einen Meter zu robben. Sehr sehr lustig anzusehen. Wir sind wirklich entzückt von dieser kleinen Insel, die doch so viel zu bieten hat. Zurück auf dem Schiff gibt es ein leckeres Mittagessen und nette Gespräche mit den Mitreisenden. Die Amerikaner sind erstaunt, dass scheinbar alle Europäer auf Weltreise und mehrere Monate unterwegs sind. Das können die sich gar nicht vorstellen und sind doch so glücklich über ihre 15 Tage Urlaub am Stück. Ein leicht schlechtes Gewissen kommt auf. Die Dichte derjenigen, die auf längerer Reise sind, ist hier aber tatsächlich recht hoch. Einer der Mitreisenden, etwa in unserem Alter, hält sich aus allen Gesprächen raus und antwortet auch nicht auf Fragen. Komischer Kauz. Bei einer späteren Zigarette erfahren wir von ihm, dass er Franzose ist und weder Englisch, noch Spanisch spricht. Das stellen wir uns in Südamerika und auch sonst auf dieser Welt schon recht problematisch vor. Auf der 3 stündigen, diesmal doch recht stürmischen Rückfahrt, zeigt uns eine Kölnerin, wie es richtig geht. Sie quasselt die gesamte Zeit mit dem Kapitän des Bootes auf Spanisch und es scheint eine sehr lustige Unterhaltung zu sein. Wir sind sehr neidisch, da uns dieser Austausch mit den Einheimischen leider nicht möglich ist. Neben Portugiesisch müssen wir nun auch noch Spanisch lernen – na toll! Den Abend beschließen wir mit einem leckeren Essen und sind uns einig, dass sich dieser Ausflug mehr als gelohnt hat.