Isla Santa Cruz

03. Oktober 2015

Galapagos Baby! Ankunft und Toursuche

Bereits in Bogotá am Flughafen wird unser Gepäck, in für uns neuem Ausmaß, durchleuchtet. Außerdem müssen wir zu einem extra Galapagos-Schalter und noch einigen Papierkram ausfüllen sowie 20 USD p.P. bezahlen.

Bereits der Anflug ist spektakulär. Wir sehen in unterschiedlichsten Blau- und Erdtönen das Meer und Landstücke verschiedener Inseln, die wir natürlich nicht zuordnen können. Wir landen sicher und bekommen unser Gepäck, für uns unkonventionell, von einer Ablage, worauf die Stücke gelegt werden. So etwas wie ein Transportband gibt es hier nicht. Nun kommt der Teil, über den sich Lina glücklicherweise vorab informiert hatte. Vor der Einreise auf die Galapagos-Inseln sind 100 USD p.P. in bar als Eintritt für den Nationalpark zu bezahlen. Nein, Karte geht nicht und nein, auf diesem Mini-Flughafen gibt es keinen Geldautomaten; es wurden schon Leute zurück geschickt. Wir hatten uns in einer Wechselstube in Bogotá zum Glück die 200 USD tauschen lassen und können jetzt widerwillig aber entspannt unser hartverdientes Geld übergeben. Wir atmen kurz durch und erinnern uns, dass wir eine Vier-Stufen Beschreibung vom Hostel bekommen haben, die erklärt, wie wir zu ihnen kommen. Wir sind auf einer kleinen Insel vor Santa Cruz gelandet (Isla Baltra). In der ersten Stufe müssen wir vom Flughafen mit dem Bus zur Fähre. Das ist leider leichter gesagt als getan. Hier stehen nämlich mehrere Busse, welch Überraschung, und unsere genialen Spanischkenntnisse kommen uns hier auch nicht gerade gelegen. Nun erzählen uns ältere Menschen, dass sie in diesen Bus müssen, weil sie nicht nach Santa Cruz gehen, sondern direkt auf eine Yacht, auf der sie sieben Tage um die Inseln schippern. OK, das ist also schon mal nicht unser Bus, denn wir haben im Voraus nur einen Tag im Hostel gebucht. Dieses Spiel findet noch ein paar mal statt und wir finden auch offline heraus, dass der Ort, in den wir müssen, Puerto Ayora heißt. Organisation und frühzeitige Planung ist alles. Das hilft bei den Busfahrern ungemein und wir finden den richtigen Bus. Es sind ein paar Minuten vergangen und wir kommen an einer kleinen Anlegestelle an. Von hier aus müssen wir wohl auf die Insel Santa Cruz über den Canal Itabaca übersetzen. Das geht auch ganz einfach und wir haben Stufe zwei gemeistert. Das erinnert uns ein bisschen an die Reise von Manaus in den Amazonas-Regenwald, wobei wir damals einen organisierten Transport hatten. Die dritte Stufe soll uns vom Santa Cruz Ferry Terminal mit dem Bus nach Puerto Ayora bringen, um in der 4. Stufe per pedes oder via Taxi zum Hotel zu kommen. Wir beschließen kurzerhand, Stufen drei und vier zusammenzulegen, da ein Taxi gerade so geschickt wartet und für die 40km nur 20$ verlangt.

Angekommen machen wir uns heimisch und tigern direkt ins Städtchen zur Erkundungstour. Das dauert, unsere Irrwege eingerechnet, ca. 20 Minuten. Dort angekommen erwartet uns, aus unserer Sicht, Sensationelles: Seelöwen, schwarze, kleine (um 25cm) Leguane und Pelikane sind vielerorts zu begutachten. Wie in Deutschland beispielsweise Katzen oder Tauben. Wir wollen eine Boots-Tour machen, um in wenigen Tagen viele Inseln zu sehen und unterschiedlichste Eindrücke zu gewinnen. Schon die Online-Recherche machte uns dabei Angst, da die Preise weit jenseits der 1.000 USD p.P. liegen. Für unseren Aufenthalt sind die Touren dann auch entweder zu lang oder zu teuer oder es geht zu Inseln, auf die wir (wieder dank Internet-Recherche) nicht wollen. Frustriert gehen wir erst mal etwas essen. Leider ist auch das Essen nicht gut und das garniert mit ordentlichen Preisen und schlechtem Service. Guter Start. Wir bündeln unsere Kräfte und marschieren zum nächsten Tourenanbieter. Dieser macht einen sympathischen Eindruck und erzählt uns etwas von einer imaginären Linie (Galapagosseite und Seeseite), die die Inseln trennen soll. Er fragt uns, was wir unbedingt sehen wollen und Lina antwortet prompt: Komodowarane! Diese riesigen Echsen, die so groß und urtümlich sind. Der Herr versteht sie nicht und zeigt auf einen Vogel mit dem Namen Komodor. Lina ist verwirrt und fängt in blumigen Worten an, den Komodowarane zu beschreiben. Nun versteht er und fängt laut an zu lachen. Diese Tiere gibt es nicht auf Galapagos. Hier gibt es verschiedenste endemische Leguane, die aber bei weitem nicht so groß werden. Er meint aber, dass viele Besucher (und unsere Eltern; viele Grüße an dieser Stelle) denken, dass es Warane auf Galapagos gibt. Peinlich – naja Vorbereitung ist alles. Nach diesem Fauxpas erklärt er uns weiter, dass es die verschiedenen Tiere (u.a. Seelöwen, verschiedene Leguane, Blue Footed Booby, Galapagos See- und Landschildkröten, Galapagos-Hai, Pinguine, …) immer nur auf einer Seite der imaginären Linie gebe, weswegen es wichtig sei, die Plätze so auszusuchen, dass man die Tiere sieht, die man sehen möchte und auf beiden Seiten dieser imaginären Linie auf jeden Fall reist. Das überzeugt uns und wir buchen verschiedene Tagestouren, zu verschiedenen Inseln auf beiden Seiten.

Jetzt sind wir so platt. Was für ein Reisetag! Wir freuen uns aufs Bett und die weiteren Erlebnisse hier.

04. Oktober 2015

Santa Cruz auf eigene Faust

In unserem Hostel hat man uns netterweise das Zimmer mit dem schönen Namen „Love“ zugewiesen und wir schlafen gut in unserer in rot und schwarz gehaltenen Liebeshöhle. Wir machen uns jetzt erst einmal auf den Weg ins Zentrum des Städtchens und erkunden es noch etwas genauer. Dabei begegnen wir wieder zahlreichen Tieren, weswegen die Erkundungstour doch länger dauert als geplant. Nun haben wir Strand verdient, also machen wir uns auf zu einer Wanderung an die Tortuga Bay. Hier soll es von Meeresleguanen nur so wimmeln. Nach einer schweißtreibenden Wanderung von etwa einer Stunde erreichen wir den Strand und welch Überraschung: es ist ein absoluter Traumstrand mit türkisfarbenem Wasser und einem wunderbar weichem, breitem Sandabschnitt. Andi lässt es sich nicht nehmen sich in die Fluten des Pazifik zu stürzen, es gibt sogar ein paar Wellen für ihn. Lina ist das Wasser viel zu kalt. Uns läuft auch gleich ein riesiger Meeresleguan über den Weg, der aber so von einigen anderen Touristen belagert wird, dass wir uns nicht nähern. Hier soll es ja noch mehr davon geben. Wir machen einen langen Strandspaziergang und am Ende des Strandes, nach ca. einer halben Stunde, erblicken wir sie endlich: 7 Meeresleguane, die faul im Sand liegen und sich aufwärmen. Sehr beeindruckende Tiere, die sich durch nichts stören lassen. Hier in der Umgebung entdecken wir noch viele dieser Urzeitwesen und beobachten fasziniert. Dann wird es aber langsam spät und wir machen uns auf den Rückweg. Zur Belohnung gibt es am Ende der Rückwanderung noch leckeres Kokoseis, dass wir bereits in Brasilien entdeckt haben und es in vielen südamerikanischen Ländern zu geben scheint. Das Eis ist nur aus Frucht gemacht, unglaublich lecker und in allen möglichen Fruchtsorten – Kokos bringt uns aber beide um den Verstand. Am Abend geht es in eine Straße, die nur dem Essen gewidmet ist. Am Tag ist es eine normale Straße, am Abend werden Tische und Stühle auf die Fahrbahn gestellt und kleine familiengeführte Barracas öffnen, die an offenem Grill und Herd, frisches Meeresgetier verarbeiten. Überall liegt frischer Fisch, der nur auf uns zu warten scheint. Wir bekommen glücklicherweise noch einen Platz, es ist nämlich ganz schön was los. Wir bestellen und Andi bekommt erst mal prompt das falsche Essen. Dies ist aber schnell geklärt und Andi kann seinen Fisch vom Grill genießen. Lina bekommt Oktopus, der zwar sehr lecker gewürzt aber leider zäh wie Gummi ist. Satt und müde fallen wir später ins Bett, denn morgen heißt es früh aufstehen, wenn es auf unsere erste Tour und damit auf die Insel Santa Fe geht.