Moorea

28. Oktober 2015

Ankunft auf Tahitis Little Sister

Die Anfahrt mit der Fähre auf Tahitis westliche Schwester Moorea ist eine wirkliche Augenweide. Das Meer hat in der offenen Südsee nicht diese surreal azurblaue, sondern eine dunkle tiefblaue Farbe, wie wir das auch schon auf der Waltour vor Brasilien im Atlantik oder den Bootsfahrten um die Galapagos-Inseln im Pazifik gesehen haben. Also ist das Meer sehr normal. Aber dieses Tiefblau mit der näherkommenden grünen Insel im Hintergrund und den grünen Bergen macht die Augenweide aus. Wir betreten Moorea in seinem Osten am Hafen in Vai’are und warten auf unser Gepäck. Andi ist ob der Maupiti-Erfahrung und der offenen, kaum gesicherten Lagerung des Gepäcks zwischen der Aufgabe und Verfrachtung auf das Schiff in Tahiti leicht nervös. Der erste Gepäckwagen ist auch schon leer und wir warten und bangen, dass noch ein zweiter kommt. Gestärkt wird die Hoffnung dadurch, dass auch noch Andere auf ihr Gepäck warten. Zum Glück bangen wir zu Unrecht, unsere Rucksäcke kommen. Wir sind bereit etwas Geld in die Hand zu nehmen und mit einem Taxi zu unserem Bungalow zu fahren. Die zwei zur Verfügung stehenden Vehikel sind aber gerade mit ihren Gästen am Aufbrechen. Wir gehen also zu einem Schulbus und fragen dort nach, wo er denn hinfährt. Die Antwort ist eine Gegenfrage: „Wo müsst ihr denn hin?“ Wir antworten, dass wir zu den Bungalows Fare Miti in Hauru wollen und diese auf der Westseite der Insel liegen. Quer über die Insel verlaufen keine Straßen, die Ost mit West oder Nord mit Süd verbinden, sondern es gibt eine Straße, die die Insel umrundet. Der Busfahrer erklärt, dass er die Insel, beginnend in nördlicher Richtung umrunden wird und wir zum nächsten Bus gehen sollen, da dieser in südliche Richtung fährt und das deutlich kürzer sei. Wir gehen also zum nächsten Bus. Hier weiß der Fahrer auch sofort wo wir hin möchten. Wir sind die einzigen Touristen im Bus und ziehen etliche Blicke auf uns. Die wenigen Passagiere sind durchweg im gehobenen Alter und belegen die Sitzplätze von vorne beginnend. Die hintere, komplett leere Hälfte des Buses haben wir somit für uns und unsere Rucksäcke. Die Straße führt tatsächlich direkt am Meer entlang und gibt uns schon ein Gefühl für die Schönheit dieser Insel. Es gibt zwar auf den ersten Blick kaum Strände, dafür ist aber alles grün, zum Meer hin flach abfallend und das Meer glitzert in den so typischen aber immer noch atemberaubenden Südseefarben. Wir genießen die Fahrt, obwohl die Straße jetzt nach ungefähr 30 Minuten deutlich schlechter wird und unser Gefährt nur noch in etwas mehr als Schrittgeschwindigkeit vorwärts kommt. Fairerweise gibt es hierzu Hinweisschilder an der Straße, die durch „Chaussee deformé“ anzeigen, was einen erwartet. Die anderen Insassen melden sich unbürokratisch beim Fahrer, wenn sie aussteigen möchten. Da wir das nicht können, hoffen wir, dass er sich unsere Zielangabe beim Einsteigen gemerkt hat. Nach einer guten Stunde erreichen wir unser Ziel. Die Kosten betragen ein Drittel des Preises, den die Unterkunft für eine Abholung aufruft. Und wahrscheinlich noch viel weniger im Vergleich zu einem Taxi. Super! Die Dame des Hauses ist im Gegensatz zu Maupiti keine Polynesierin, sondern eine französische Aussteigerin namens Claire. Sie erklärt uns, wie hier alles abläuft. So geht sie morgens beispielsweise immer los und holt frisches Baguette. Wenn sie uns etwas mitbringen soll, müssen wir das am Vorabend ansagen. We like! Zumal wir im Bungalow eine Küche und einen Kühlschrank haben. Da wir hier nun fünf Nächte sind, lohnt es sich unsere Siebensachen auszuräumen und uns im Bungalow heimisch zu machen. Irgendwie macht das sogar Spaß. Die Unterkunft ist wirklich schön. Eine kleine Anlage mit 8 Bungalows aus Holz und Palmenblättern, die in einem gepflegten grünen Garten stehen und so angeordnet sind, dass man von der großzügigen Terasse aus auf das Meer schauen kann.  Es ist immer noch morgens und wir beschließen, nicht ins Wasser zu gehen, sondern erst mal die Umgebung zu Fuß zu erkunden. Es sind etwa 25 Graden somit nicht so heiß, dass man jetzt unbedingt eine Abkühlung bräuchte.  Wir gehen also zurück zur „Straße“ und gehen diese in die Richtung, die wir mit dem Bus noch nicht gesehen haben und die laut Claire zu einem Minizentrum führt, in der man Dinge für den täglichen Gebrauch kaufen kann. Sie gibt uns auch gleich noch eine Wegbeschreibung für den Supermarkt mit. Pah, die brauchen wir doch nicht, werden ja wohl problemlos einen Supermakrt in einem kleinen Dörfchen finden. Wir gehen also los und kommen zuerst an einer Tauchschule vorbei und schlendern kurzerhand runter zum Strand, wo diese laut dem selbstgemalten Bild liegt. Die Beratung ist informativ und sympathisch, darüber hinaus sind die Preise, für Französisch Polynesien, annehmbar. Lina kann hier ihre Open Water-Zertifizierung fortführen. Wie man uns in Tagange / Kolumbien versicherte, ist es tatsächlich kein Problem, Linas Geleistetes hier anrechnen zu lassen. Wir sagen der netten Dame, dass wir uns ihr Angebot durch den Kopf gehen lassen und später am Tag wieder vorbeischauen, um ihr unsere Entscheidung mitzuteilen. Lina ist auf jeden Fall schon mal angetan und in der Südsee das Tauchen zu lernen finden wir sogar noch cooler als in der Karibik. Wir gehen weiter ins Minizentrum, welches passenderweise Petit Village heißt. Neben den angesprochenen Dingen des täglichen Bedarfs, findet Lina sofort und zielstrebig als hätte sie dafür eine Wünschelrute einen Laden, der Perlen-Ringe feilbietet. Der Schmuck liegt jedoch deutlich außerhalb unsers Budgets. Wir suchen einen Supermarkt. Der, den wir finden, öffnet seine Tore jedoch nicht mehr. Ja ja, auch in der Südsee müssen die Erträge stimmen. Weit und breit sehen wir nichts mehr, was auch nur im Entferntesten einem Geschäft ähnelt, das Lebensmittel verkauft. Wir finden es also noch nicht mal mit einer Wegbeschreibung von Claire. Vielleicht haben wir uns das etwas zu einfach vorgestellt. Wenigstens finden wir eine Art Lotto-Laden, der kalte Getränke verkauft und zwei Barhocker im Schatten hat. Während wir dort eine kalte Orangina schlürfen, entdecken wir auf einer Slush Eis-Maschine den Moorea-typischen Gecko (giftgrün, mit rotem Muster auf dem Rücken), der wohl auch eine Abkühlung genießt. Wir müssen das tolle Tier aus der Nähe sehen und gehen zur Getränke-Maschine. Trotzdem sieht man uns wohl an, dass wir noch immer nicht wissen, wo wir hin müssen. Es spricht uns nämlich ein freundlicher Polynesier an, der wohl sieht, dass wir etwas verloren sind, erklärt uns nach kurzem Geplänkel was wir denn suchen, den Weg zum einzigen Tante-Emma-Laden auf diesem Inselabschnitt. Und tatsächlich finden wir ihn jetzt. Leider gibt es hier weder frischen Fisch noch Fleisch und so wird der Einkauf recht kreativ. Da wir ja Küche und Kühlschrank haben, machen wir einen Großeinkauf, ohne auch nur einen einzigen Gedanken daran zu verschwenden, wie wir das alles zurück zum Bungalow tragen sollen. Ziemlich clever. Unter erheblichem Schweißverlust schleppen wir das Eingekaufte in Tüten und einer Kiste Richtung Unterkunft. Wir kommen an einem kleinen Straßenstand vorbei, der braune Bananen, Mangos und andere undefinierbare Früchte feil bietet. Da muss Lina anhalten. Eine alte Polynesierin kommt von ihrem Pläuschchen mit der Familie, die gemeinsam im Schatten sitzt an ihren Stand, ein junger Mann kommt auch dazu und nimmt Lina die schwere Kiste ab, damit sie sich in Ruhe umsehen kann. Lina kauft zwei Mangos, obwohl es die eigentlich nur in 5er Rationen gibt und fragt neugierig nach den anderen Früchten, die aussehen wie grüne Bohnen im XXL Format und in braun. Die Dame fackelt nicht lang, bricht eine der Früchte auf und lässt uns probieren. Das weiße Fruchtfleisch, dass einen großen schwarzen Kern umgibt ist saftig und süß und erinnert ein wenig an Litschis – kurzum lecker. Da die Frau das Einkaufsverhalten von Lina nun kennt, gibt sie uns netterweise ein paar Stangen gratis mit, da wir 20 dieser Früchte unmöglich in den nächsten Tagen verzehren können. Das Obst landet in der Einkaufskiste, die Lina nun wieder übergeben wird und letztlich landet alles an seinen vorherbestimmten Platz in unserem Kühlschrank. In der Zwischenzeit entschließt sich Lina, das Angebot des Dive Centers anzunehmen. Wir marschieren also wieder dort hin und sagen zu. Die Tauchlehrerin freut sich sehr und meint, dass hier meistens ältere (und vermutlich reichere; Anm. d. Red.) Menschen buchen und es so schön ist, dass wir jetzt zusagen. Nun gut, übermorgen geht es für Lina also zum Open Water I. Andi begleitet sie als Schnorchler und wird bei ihren Tauchgängen drei und vier mit nach unten gehen. Zurück am Bungalow, holen wir, auch angestachelt von den Gedanken an die Unterwasserwelt, unsere Schnorchelausrüstung. Das Schnorcheln ist hier aber leider eine herbe Enttäuschung. Das Wasser wird nicht tiefer als ca. 50-60cm, es ist sehr trüb durch den Sand und überall sind Massen an Unterwasserpflanzen und klitzekleine Felslandschaften, über die man dann gehen muss. Wir gehen wieder aus dem Wasser. Claire sieht uns offenbar unsere Enttäuschung an und eilt herbei. Auf unseren Erfahrungsbericht hin schmunzelt sie und gibt uns zu verstehen, dass das hier in der Tat kein guter Schnorchelspot sei. Sie erklärt uns, wo wir dafür sehr schön schnorcheln können. Das ist dann nur 100m den Strand runter. Eventuell hätten wir sie vorher fragen sollen. Nun haben wir trotzdem keine Lust mehr und werden das die Tage ausprobieren. Nach einer kurzen Ruhepause, in der wir von der Veranda aus noch Kämpfe unter den hier typischen Vögeln bestaunen, sehen wir den ersten Sonnuntergang. Anschließend gehen wir ins Coco d’Île zum Essen. Das ist auch ziemlich lecker. Andi bekommt eine Meeresfrüchte- Pizza und Lina Flammkuchen. Auf dem Rückweg fürchten wir uns etwas, da es keine Straßenbeleuchtung gibt und bewölkt ist, so dass es tatsächlich annähernd komplett dunkel ist. Darüber hinaus kommmen ab und an neben Geräuschen an unsere Ohren auch Hunde vorbei, die neugierig an uns schnuppern wollen. Wenn man die vorher nicht sieht, sondern nur hört, ist das schon etwas gruselig. Aber ok, wir kommen ohne Zwischenfall in unserem Bungalow an und fallen direkt und unendlich müde ins Bett.

29. Oktober 2015

Keine Highlights können auch ein Highlight sein

Wir schlafen aus, das heißt Lina schläft noch immer. Andi geht zu Claire, um das Baguette abzuholen, das wir gestern geordert haben. Er trifft sie in ihrem Büro an, das auch gleichzeitig als Rezeption, Lagerraum, Tourenschalter und Spielelager dient. Faszinierend was man aus geschätzten 9 Quadratmetern so alles herausholen kann. In einem Korb liegt genau ein Baguette. Andi fragt, ob nur wir Baguette bestellt haben. Sie erwidert mit einem Lächeln, dass wir nur die Letzten sind, die es abholen. Es ist gerade mal 08:30 Uhr; auf Moorea steht man also früh auf. OK, Geld hat Andi im Bungalow vergessen und bekommt als Antwort wieder ein Lächeln und die Aussage, dass das kein Problem sei und er einfach morgen früh bezahlen solle. Zurück auf der Veranda schenkt er sich einen Kaffee ein und lässt Lina weiter schlafen. Dabei gibt es auch freilaufende Hähne, Hühner und Küken zu beobachten, die für Lina extra leise zu sein scheinen. Sie wacht eine Stunde später auf und weiß das Ausschlafen sehr zu schätzen. Um das zu zeigen macht sie Frühstück mit Rühr- und Spiegelei, Thunfisch-Creme und in kleine Stücke geschnittene Mango. Ein Hoch auf unsere Küche! Leider ist das Wetter für uns verwöhnte Reisende eher bescheiden. Die Sonne scheint nur sporadisch und ab und an kommt ein kleiner Regenschauer herunter. Naja vielleicht ist es eher die Internetverbindung. Denn die ist die beste, die wir bisher in Französisch Polynesien erlebt haben. Aus diesem Grund pendeln wir den ganzen lieben langen Tag zwischen Südseeplanschen und weiteren Berichten auf dieser Seite. Es passiert also so rein gar nichts heute und das genießen wir in vollen Zügen. Den morgendlichen Frühstücksservice bietet uns Claire auch für heute Abend an. Sie geht zum Sport und kann uns etwas zu Essen mitbringen, wenn wir weder ausgehen noch kochen wollen, meint sie. Das Angebot nehmen wir an und bestellen „Scampi-Baguette“. Sie entschuldigt sich auch gleich vorab, dass es vermutlich 21 Uhr wird, bis sie uns das Essen bringt. Wirklich tragisch. Wie sich Claire um ihre wenigen Gäste, von den acht Bungalows sind unseres Wissens vier belegt, sorgt und kümmert ist schon außerordentlich sensationell. In der Zwischenzeit genießen wir den Sonnenuntergang bei einem Bier, respektive Rum. Aufgrund der Bewölkung ist der heute nicht so phantastisch, aber da wir das Meer im Westen haben, ergeben sich die Tage ja noch Gelegenheiten für romantische Sonnenuntergänge am Strand. Für diese wirbt übrigens auch die Homepage vom Fare Miti. Das Scampi-Baguette klingt leider deutlich besser als es schmeckt. Es ist sehr trocken und so benötigen wir mehr Flüssigkeitszufuhr. Dafür verleiht uns diese die nötige Bettschwere – gute Nacht.

30. Oktober 2015

Schnorcheln ja, Tauchen nein

Der Morgen startet genau wie gestern. Und ja, auch heute holt Andi das Baguette als Letzter, aber er bezahlt wenigstens. Lediglich ist Lina nach dem Aufstehen nicht so gut gelaunt wie tags zuvor. Es stellt sich auch relativ schnell heraus, dass ihre Laune einen Grund hat und welcher das ist. Das Tauchen! Lina kann sich einfach nicht davon überzeugen, dass ihr das heute Spaß machen wird. Andi versucht auch nur kurz, sie vom Gegenteil zu überzeugen und stärkt ihr danach den Rücken. Gemeinsam gehen wir zur Tauchschule und sagen die Dives ab. In der Tauchschule erwartet uns die gleiche Dame wie vorgestern und sie reagiert überraschenderweise überaus verständnisvoll. Wir dachten, wir müssten einen Teil der Kosten trotz der Absage tragen, da sowohl ein Tauchlehrer und ein Kapitän für das Boot für heute angefordert wurden. Aber nein, es sei noch früh genug um den Leuten absagen zu können und viel wichtiger sei, dass das hier ein Once-in-a-lifetime-holiday ist und den sollen wir doch bitte so verbringen, wie wir das wollen und uns keinem Druck aussetzen, meint sie. Na gut, man soll Frauen nicht widersprechen. Wir bedanken und zutiefst ehrlich bei ihr für das Entgegenkommen und machen einen kleinen Strandspaziergang, auf dem wir feststellen, wie Recht die Frau doch hat. Wir wollen jetzt schnorcheln und so geht es zurück in unser Hüttchen, um die Ausrüstung zu holen. Der Spot, an dem wir heute schnorcheln ist viel schöner als der vorgestern. Wir schwimmen sogar bis zum gegenüberliegenden Mini-Motu und sind in Summe sehr lange im Wasser und bewundern die Welt unter uns. Als wir das Wasser verlassen wollen, befinden sich ein paar Hunde dabei unsere am Strand zurückgelassenen Flipflops und Handtücher zu inspizieren. Die Hunde leben wild auf dem verlassenen Nachbargundstück, dem ehemaligen Club Med und kommen abends auch schon mal an die Veranda, um um Essen zu betteln. Wir wissen nicht so genau, wie wir damit jetzt umgehen sollen. Das ergibt sich jedoch von alleine, weil die Hunde bereits abziehen, als wir noch im Wasser und mindestens 10m vom Strand entfernt sind. Die Bungalows stehen im Übrigen auf Stelzen und an der Treppe ist ein kleines Gitter angebracht, so dass die Tiere zwar an der Veranda betteln können, aber nicht auf die Verande kommen können. Also keine Sorgen machen liebe Mamis. Im Großen und Ganzen ähnelt der Tag dem gestrigen stark, leider auch was das Wetter und den Sonnenuntergang betrifft. Heute bestellen wir aber nichts zu Essen, sondern Lina kocht Spaghetti Carbonara, die ausgesprochen lecker sind.

31. Oktober 2015

Genug relaxt

Nach den vorangegangen Relaxtagen wacht Andi heute noch früher auf und trotzdem ist nur noch ein Baguette im Korb. Unfassbar, es ist erst 07:45 Uhr. Andi wartet bis Lina aus dem Schlaf der Gerechten erwacht. Währenddessen schmiedet er bereits Pläne für den Tag. Er beschließt für sich, dass heute etwas unternommen werden muss und geht wieder zu Claire, um zu fragen, ob wir bei ihr einen Roller oder ein Auto mieten können. Können wir. Fröhlich setzt sich Andi zurück auf die Veranda, genießt den Südseeblick mit Kaffee und wartet darauf, dass Lina aufwacht. Andi gibt Lina kaum Zeit wirklich aufzuwachen und überfällt sie mit seinen Plänen. Lina ist einverstanden, aber jetzt solle er sie doch besser erst mal wach werden lassen, dann gibt es Frühstück und danach geht es los. Also gut, so wird das gemacht. Während des Frühstücks beschließen wir, dass wir ein Auto einem Roller vorziehen. Schließlich möchten wir unsere Schnorchelausrüstungen, Handtücher, Kamera, Unterwassergehäuse, Getränke usw. mitnehmen und noch in einen großen Supermarkt gehen, den wir bei der Anfahrt vom Hafen mit dem Bus erspäht haben. Das wird mit zwei Menschen auf einem Roller schwierig zu transportieren. Andi geht also zu Claire und sagt, dass er ein Auto mieten möchte. Sie ruft im Intercontinental an, dort sitzt Avis u.a. auf Moorea, und eine halbe Stunde später wird Andi im Fare Miti abgeholt und ins Interconti, was am nordwestlichen Zipfel von Moorea liegt, gebracht. Dort werden die Papiere befüllt und der Mietvertrag unterschrieben. Kurz darauf sitzt Andi wieder im Auto und holt Lina ab. Einmal mehr sind wir über den unbürokratischen Service entzückt. Wir wollen die Insel einmal im Uhrzeigersinn umrunden und außerdem ins Inselinnere auf den Belvedere, von dem man über die Cook’s Bay und die Opunohu Bay, die Mooreas charakteristische Form ausmachen, blicken kann. Wir packen unsere Sachen und fahren zu unserem ersten Ziel, dem Belvedere. Dabei geht es laut GoogleMaps an Tiahura und Papeotai vorbei, welche wir entlang der Nordküste nicht entdecken können. Vermutlich sind die „Dörfer“ nur 2-5 aneinanderstehende Hüttchen. Wir fahren in die Opunohu Bay und entdecken einen kleinen Wegweiser mit Aufschrift „Belvédère“. Wir verlassen die Küstenstraße Richtung Landesinnere und müssen schon bald aussteigen, um die Natur ohne Autoscheibe bewundern zu können. Hier ist es tiefstgrün und der vor uns liegende, ebenso grüne, Berg ist beeindruckend – natürlich nicht im Skifahrersinne. Nach einigen Fotos verlangen wir von unserem kleinen BYD den Aufstieg. „BYD Auto“ ist übrigens ein chinesischer Automobilkonzern, der eine Tochter der gleichnamigen „BYD Company“ ist, die weltweit der größte Produzent von wiederaufladbaren Akkumulatoren, vor allem für Mobiltelefone, ist. Oben angekommen liegt ein kleiner Schotterparkplatz für vielleicht 10 Autos vor uns. Eine Frau sitzt auf ihrem Holzstuhl und möchte irgendwelche Zeitungen verkaufen. Komischer Standort. Nun gut. Außer vielen wilden Hühnern und Hähnen ist eine Touristengruppe ebenfalls vor Ort. Wir sind froh, dass wir das individuell machen. Wir warten bis die Gruppe ihre Fotos geschossen hat und abzieht und stellen uns auf die Plattform. Es ist ein unglaublicher Ausblick: in nördlicher Richtung liegen uns Cook’s und Opunohu Bay zu Füßen. In ersterer landete James Cook 1777 als erster Europäer auf der Insel; ein wirklicher Glückspilz. In allen anderen Himmelsrichtungen breitet sich unendliches Grün in Bergen, Hügeln und Tälern vor uns aus. Die Natur gibt hier mal wieder richtig an – we like! Auf dem Weg nach unten halten wir an altertümlichen Steinhaufen, die eine ursprüngliche polynesische Siedlung darstellen sollen und Marae heißen. Man erkennt nichts und unsere Vorstellungskräfte reichen nicht, um ein Bild einer Siedlung in unseren Hirnen entstehen zu lassen. An dieser Stelle werden wir wohl keine Kultur-Fans mehr. Ohne Besichtigung passieren wir die Lycée Agricole (Landwirtschaftsschule). Auf Meeresniveau halten wir an einem Strand. Andi hat viele große Löcher gesehen. Auf Maupiti hörten wir ja von den riesigen Kokoskrabben. Da die Tierwelt in unserer Reise ja merklich einen ziemlich gewichtigen Part einnimmt, machen wir uns auf dem kleinen Strand, der direkt an der Straße liegt und aufgrund unzähliger Palmen quasi komplett im Schatten liegt, auf die Suche nach diesen possierlichen Tieren. Außer uns ist ein einheimische Paar ebenfalls an diesem Strand und Andi fragt sie, ob es hier Kokoskrabben (googelt das mal) gibt. Sie bejahen. Rund um die gr0ßen Löcher, an und auf den Palmen und auch sonst können wir keine der Riesen finden. Wirklich schade. Wenigstens sehen wir an kleineren Löchern, Krabben die jedes mal darin verschwinden wenn wir uns nähern. Irgendwie eine schwache Entschädigung. Nun gut, es geht weiter. Unser nächstes Ziel ist die Fabrik bzw. der Werksverkauf des tahitianischen / französisch polynesischen Saft-, Sekt-, Punsch- und Weinunternehmens Manutea Tahiti et Jus de Fruits de Moorea S.A.. Hier sind wir dann auch schon auf der wunderschönen Landzunge zwischen den zwei Buchten im Norden der Insel. Dort nehmen wir an einer kleinen Verkostung teil. Sowohl die Punsche, die Schnäpse als auch die Säfte sind sehr lecker und wir kaufen gleich schön ein. Ihr dürft raten, wer hier die treibende Kraft ist. Wir kaufen nicht nur für den Eigengebrauch, sondern auch für Geschenke ein. Das erscheint uns eine gute Idee, da, wie gesagt sehr lecker und Fertigungstiefe von 100%. D.h. alle Zutaten kommen komplett aus Moorea und werden hier verarbeitet – support your local. Außerdem darf Andi noch eine Basecap-Anprobe machen. Dies mündet aber nicht in einem Kauf. Im Anschluss fühlen wir uns etwas bedüdelt. Vielleicht war die (Punsch-/ Likör-) Verkostung etwas zu reichhaltig. Wir beschließen uns ein Fleckchen für ein Mittagessen zu suchen. Gut dass Andi bei der Autovermietung eine Moorea-Karte bekommen hat und darauf hat die Dame zusätzliche Highlights und Essensmöglichkeiten eingezeichnet. Es geht um die herrliche Cooks Bay und zu der hiesischen Empfehlung, dem Moorea Beach Café. Die Lage und das Ambiente sind sehr exklusiv. Unser Eindruck verfestigt sich als wir die Speisekarte lesen und alles mit orangefarbener Champagner-Werbung dekoriert ist. Wir bestellen nur eine Vorspeise. Wir gehen ja schließlich nachher noch einkaufen und wollen in unserem Bungalow kochen. Lina entscheidet sich für Foie Gras und Andi wählt Ravioli mit Frischkäsefüllung. Beides sehr lecker und beides sehr teuer. Wir begeben uns wieder ins Auto und sind sehr froh über die Klimaanlage, heute ist es wirklich warm. Es geht um Mooreas nordöstlichste Ecke und wir fahren jetzt nicht mehr ost-, sondern südwärts. Der Strand in Tema’e soll ein Highlight sein. Wir müssen den Strand suchen, da die Straße die letzten Kilometer nicht mehr direkt am Meer entlang führt. Wir finden den öffentlichen Strand nach kurzer Suche und was soll man sagen, er ist wirklich schön. Die Farbe des Meeres ist unbeschreiblich und dahinter sehen wir die Insel Tahiti am Horizont. Einheimische nehmen einen schwimmenden, aufblasbaren Plastikkühlschrank mit ins Meer. Gefüllt mir Bier und darauf Aschenbecher und Zigaretten. Um diesen herum stehen, schwimmen und sitzen dann mehrere Familien im flachen Nass. So lässt sich ein Samstagmittag verbringen. Von dieser entspannnten Stimmung lassen wir uns die nächste Stunde gerne anstecken. Anschließend gehts zurück zum Auto und auf der Ostseite weiter nach Süden. Dabei passieren wir den Hafen von Vai’are, wo wir am 28. Oktober die Insel erstmals betreten hatten. In Afareaitu ist auf unserer Karte ein Lagunarium gekennzeichnet, an welches die Dame der Autovermietung ein „small shark“ geschrieben hat. Dieses ist auf dem vorgelagerten Motu Ahi verortet. In unserer Naivität denken wir, dass wir hier parken und anschließend zum Motu schnorcheln beziehungsweise schwimmen können. Leider weit gefehlt. Es kostet Eintritt, um zum Motu gebracht zu werden und anschließend dort in einem Abgesperrten Bereich schnorcheln zu dürfen. Das gefällt uns nicht und so drehen wir wieder um, weil wir beschließen, dass wir dann jetzt unseren Einkauf in dem großen Supermarkt machen, den wir eben passiert haben. Es ist das erste Mal, dass wir in einem richtigen großen Supermarkt in Französisch Polynesien sind und die Auswahl ist gerade für Lina überwältigend. Welche Möglichkeiten man jetzt hätte mit diesem Warenangebot an Fisch und Fleisch! Aber leider haben wir nur noch 2 Abende auf der Insel. Wir müssen uns also entscheiden. Neben vielen anderen Dingen kaufen wir für heute Abend Südsee-Crevetten und Salat sowie Filet Faux für morgen. Das weckt die Vorfreude aufs Abendessen. Es geht weiter und wir umrunden den Südzipfel der Insel. Auf dem Weg sehen wir nochmals einen schönen Strand, den wir bei der Anreise mit dem Bus nicht gesehen haben. Wir halten an und entdecken zwei Einheimische mit unterschiedlichen Geschlechtern, die mit ihren Hunden im Wasser sind – völlig nackt! Als die Hunde uns entdecken schwimmen sie in Richtung Strand und auf uns zu. Na gut, vielleicht fahren wir weiter. Kurz vor Sonnenuntergang kommen wir wieder im Fare Miti an und Lina bereitet auch gleich die Schrimps zu. Die sind so lecker! Nebenbei buchen wir jetzt den Flug aus Neuseeland heraus. Weil man ohne einen solchen nicht nach Neuseeland einreisen darf. Und da wir schon in gut einer Woche in Neuseeland sein werden, ist diese Buchung schon ein wenig wichtig. Bei den Kiwis wollen wir nach 2 Nächten Auckland dort einen Campervan mieten und den nach mehr als zwei Wochen auf der Südinsel in Christchurch wieder abgeben. So buchen wir einen Flug von Christchurch nach Denpassar und versuchen einen Camper zu mieten, leider erfolglos. Es geht also von Neuseeland nach Indonesien, genauer auf die Insel Bali. Spontanität ist etwas wirklich schönes. Heute war ein supr Tag, aber jetzt ist Bettruhe angesagt – gute Nacht.

01. November 2015

Letzter kompletter Tag auf den Gesellschaftsinseln (Îles de la Société) – Entspannung

Andi bringt morgens das geliehene Auto zurück und fährt dazu ins Interconti. Er parkt das Auto, betritt die Lobby, trifft jedoch niemanden am Avis-Schalter an. So beschließt er kurzerhand die Anlage zu begutachten. Zumal hier auch die bekannten Delfinshows abgehalten werden. Dank der Wegweiser auf dem Gelände findet er das Delfinbecken recht schnell. Und tatsächlich ist gerade ein Trainer sowie ein paar Touris im Wasser mit einem Meeressäuger. Er schießt ein paar Fotos von dem tollen Tier und der wirklich schönen Anlage, eher er zurück zum Schalter geht. Die Dame ist da und die Autovermietung wird abgewickelt. Anschließend fährt die Dame Andi zurück ins Fare Miti.

Wir beschließen den letzten Tag hier ausgiebig zu genießen. Beim regelmäßigen Schnorcheln greift ein wirklich hübscher aber leicht aggressiver Whitebanded Triggerfish Andi an. Lina ist durchaus schockiert und auch etwas sauer, da Andi das ganze nicht wirklich ernst zu nehmen scheint. Die Fische verteidigen ihr Territorium, welches sich von einem Punkt am Meeresboden, trichterförmig Richtung Oberfläche ausbreitet. Dabei verfolgen die Tiere den Eindringlich durchaus auch einige Meter und können unangenehm zubeißen. Letztendlich passiert aber nichts Unangenehmes.

Ein Campervan für unseren Neuseelandtrip zu buchen stellt sich als schwieriger als gedacht heraus. Auch heute können wir keinen an Land ziehen.

Abends macht Lina das Filet Faux. Dazu gibt es Kartoffelbrei. Typisches Südseeessen halt. Saulecker! Wir zwingen nicht alles und zwei Hunde und eine Katze kommen zum Betteln an unsere Veranda. Waren wir den kompletten Aufenthalt hier standhaft, geben wir den armen Tierchen heute etwas ab. Dabei verschmähen die Tiere das übrige Baguette vom Frühstück eisern. So haben wir den restlichen Abend Gesellschaft, die wir auch durchaus genießen. Fast so sehr wie den leckeren Wein, den wir uns zur Bettschwereherstellung gönnen.

02. November 2015

Über Tahiti ab zum Tuamotu-Archipel,

Um 5:30 Uhr klingelt der Wecker. Wir stehen auf und packen. Es soll zum Fährhafen gehen, von da aus mit dem Schiff nach Tahiti. Dort vom Hafen an den Flughafen und dann weiter nach Fakarava. Mal schauen wie reibungslos diesmal die Südseereise vonstatten geht. Wir haben uns aufgrund der fixen Abfahrtszeit der Fähre nach Tahiti gegen den öffentlichen Bus auf Moorea und für einen Shuttle-Service entschieden. Es funktioniert auch alles problemlos, wobei die Uhrzeit grenzwertig ist. In Tahiti lassen wir auch nichts anbrennen und nehmen vom Hafen ein Taxi zum Flughafen. Wir wollen bezahlen, haben jedoch kein Kleingeld mehr und der Taxifahrer hat kein Wechselgeld. Während Lina auslädt, rennt Andi in drei Läden, bis er einen 10.000 XPF-Schein, was knapp 84€ entspricht, in kleinere Scheine gewechselt bekommt. Bevor es losgeht essen wir am Flughafen und schreiben noch einige Postkarten an die Lieben in Deutschland. Lina holt sich Pommes und Andi ein Panini von einem Mini-McDonald’s, der keine Burger anbietet. Es geht los. Wir sehen uns auf dem Archipel Fakarava wieder.