15. Oktober 2015
Ankunft im Paradies?
Total erschöpft erreichen wir um 04:50 Uhr planmäßig Papeete, die Hauptstadt Tahitis und somit auch von Französisch Polynesien. Der Flug war miserabel. Alter Flieger, grausiges Essen und Beinfreiheit wie bei einer Billigfluggesellschaft, was besonders Andi zu spüren bekommt. Bei so einem Flugpreis und Reiseziel haben wir uns doch etwas anderes vorgestellt. Aber nun gut, sei es drum. Direkt nach dem Ausstieg beim Eingang zum Flughafen steht eine Band in traditionellen Gewändern und spielt ein Willkomenslied auf Ukulelen. Wir sind gerührt. Lina wollen sogar kurz die Tränen in die Augen schießen vor lauter Glück und Vorfreude. Aber erst einmal das Einreiseprozedere überstehen. Hier kommt uns unsere europäische Staatsbürgerschaft zu Gute, denn es gibt einen Schalter für Amerikaner, Asiaten etc. und einen für Einheimische und Europäer. Da wir gerade aus L.A. kommen – traumhaft. Wir sind also ziemlich schnell beim Officer und sind mächtig enttäuscht, dass es für uns keinen Stempel in den Pass gibt. Der Flughafen ist wirklich klein. So gibt es beispielsweise bei der Ankunft internationaler Flieger nur ein Gepäckband. Als wir aus dem Ankunftsbereich austreten umfängt uns sogleich eine Wolke süßlichen Dufts. Die kommt von den vielen Blumenketten, die diejenigen Besucher bekommen, die von einem Reiseveranstalter oder Hotel in Empfang genommen werden. Da uns Tahiti nur als Zwischenstopp nach Huahine dient, bekommen wir leider keine Blumenketten. Andi ist froh, da ihn der Geruch zu dieser frühen Stunde fast umhaut, Lina hätte schon gerne eine Kette gehabt. Wir machen uns erst einmal auf zum Check- in zu unserer ersten „Trauminsel“ in Französisch Polynesien, der Weiterflug geht um 07:30 Uhr. Alles klappt problemlos, aber wir wollen ganz gerne den kompletten Flugplan unseres Airpass haben, da wir mehrfach eine Aktualisierung der Zeiten per Mail bekommen haben und etwas beunruhigt sind, ob denn jetzt alles wie gewünscht klappt. Um sechs Uhr öffnet der entsprechende Schalter und nach einigem Warten bekommen wir unseren Flugplan, der zum Glück nur minutenweise von dem ursprünglichen Plan abweicht. Wir munitionieren uns noch mit Bargeld, viel Bargeld auf und dann geht es auch schon los Richtung Huahine. Die Maschine, die uns weiterfliegt ist recht klein. 75 Sitzplätze und Andi kann nicht aufrecht stehen. Wir hatten im Vorraus in einem Blog gelesen, dass man den Steward fragen soll, von wo aus man beim Landeanflug den besten Blick auf die Insel hat. Das macht Andi prompt und wir setzen uns auf die entsprechende Seite. Leider spielt das Wetter nicht mit und wir können nach Durchquerung der Wolkendecke die Insel von oben nicht sehen. Der Flug ist kurz. Wir kommen gegen 09:00 Uhr in Huahine an. Der Flughafen ist winzig. Es gibt ein kleines Häusschen, in dem es nur einen Check-in Schalter, ein Souvenirgeschäft und ein Fach für das abzuholende Gepäck gibt. Wir werden von einem strahlenden Polynesier in unserem Alter begrüßt und da ist sie endlich: Lina’s Blumenkette! Und sie ist sogar noch viel hübscher als die am Flughafen von Tahiti. Andi bekommt auch eine und so ausgehfein gemacht geht es mit dem Auto Richtung Unterkunft. Diese liegt auf der unteren der beiden Inseln, die Huahine bilden (Huahine Iti). Zwar ist der Himmel meist bedeckt und ab und an tröpfelt es auch ein wenig, aber wir kommen vor lauter Staunen nicht dazu den Mund zu schließen. Auf der einen Seite das Meer, das nach jeder Ecke in einer anderen Farbe schimmert, auf der anderen Seite riesige Berge, die von Urwald bedeckt sind und die unterschiedlichsten Grüntöne hervorbringen. Ergänzt wird dieses Schauspiel durch die unterschiedlichsten bunten Blumen, die an allen Enden sprießen. Wir fahren durch die „Hauptstadt“ der Insel, die aus einem Supermarkt, einer Post, einer Schule, der Polizei und noch ein paar weiteren kleinen Lädchen besteht. Sonst scheint die Insel fast unbewohnt. Nur etwa alle 5-10 Minuten gibt es ein paar Häuser an der einzigen Straße der Insel zu sehen. In unserer Unterkunft werden wir herzlich und mit einem Getränk begrüßt. Trotz grauem Himmel können wir uns an dem langen weißen Sandstrand, der mit Palmen gesäumt ist und dem Blau des Ozeans nicht satt sehen. Weit im Meer können wir den Korallenring sehen, der so charakteristisch für viele Südseeinsel ist und hinter dem sich scheinbar meterhohe Wellen türmen. Fabelhaft! Wir werden in unseren Bungalow geführt und wir sind gespannt. Dies ist unsere teuerste Unterkunft der ganzen Reise. Was wir sehen verschlägt uns den Atem. Ein riesiger Bungalow mit offenem Bad und Freiluftdusche. Alles sehr großzügig und luxuriös. Wir sind mehr als happy. Wir kommen erst einmal an und genießen den Meerblick von unserer Terrasse. Danach gibt es aber kein Halten mehr. Der Strand will erkundet werden und eine Hotelangestellte hat uns verraten, dass direkt beim Hotel ein Riff zu bewundern ist. Also Schnorchel umgeschnallt und ab ins warme Nass. Die Temperatur des Wassers ist wärmer als die Luft – so macht Schnorcheln Spaß. Nach einigen Metern haben wir das Riff erreicht und sind sprachlos. Was allerdings nicht an den Schnorcheln in unserem Mund, sondern an der schier endlosen Menge und Vielfalt an Fischen liegt, die uns umgeben. Wir waren schon häufig Schnorcheln aber das haben wir noch nicht erlebt. Wir wissen gar nicht wo wir hingucken sollen vor lauter wunderschönen bunten Fischen. Es ist unglaublich friedlich. Aber dieser Friede kann trügerisch sein. Im Eifer des Gefechts legt sich Andi mit seinem gesamten unteren Rücken in eine Seeanemone. Er merkt sehr schnell, dass dies gar nicht so eine gute Idee war, denn sein Rücken fängt an wie Feuer zu brennen. Schnell verlassen wir das Wasser und Lina erklärt ihm, dass sein Rücken ziemlich viele rote Punkte hat. Wir gehen in den Bungalow und Andi hat furchtbare Schmerzen. Deswegen geht Lina zur Rezeption und fragt, was und ob man denn jetzt etws machen kann oder muss. Die rundliche Rezeptionistin macht große Augen und sagt, dass wir kaltes Wasser darüber laufen lassen, Apres Sun draufmachen sollen und es morgen bestimmt schon wieder besser ist. Zum Abschied gibt sie Lina noch mit ihrer Schlumpfstimme auf den Weg: „remember always, you are not Nemo“. Hört sich also alles nicht so dramatisch an und Lina gibt Andi erste Hilfe. Mittlerweile sind aus den roten Punkten fette Prusteln geworden und die Haut fühlt sich tatsächlich an, als würde sie brennen. Andi nimmt es wie ein Mann und beißt sich durch die Schmerzen in dem vermeintlichen Wissen, dass morgen alles wieder gut ist. Am Abend gibt es ein Livekonzert von einer Huahinischen Familie (von der Oma bis zum 4 jährigen Kind sind alle dabei), die traditionelle Lieder singt und dabei auf der Ukulele spielt. Bei einem Happy Hour Cocktail mit Blick auf den roten Himmel genießen wir so den Abend und das Leben. Das Abendessen fällt leider sehr überschaubar, sehr teuer und geschmacklich nicht wirklich gut aus. Aber das kann unsere Stimmung heute Abend nicht trüben.
- Schöne Frauen und Ukulelen zur Begrüßung
- Unser Airpass – YEAH!
- Ankunft im Paradies?
- Blumenketten stehen uns gut – finden wir
- Postkartenmotive en masse
- Wunderschöne Landschaft
- Panorama
- Wir können uns nicht satt sehen…
- Ein Blick schöner als der Andere
- Strand Huahine Iti
- Meerblick mit Kultur
- Viele bunte Fische
- Schöner Moorish Idol (Halfterfisch)
- Fischschwarm
- Nemo (Orange-fin Anemonfish (Orangeflossen-Anemonenfisch))
- Böse Annemone
- Remember always, you are not Nemo!
- Stilechte musikalische Untermalung
- Da simma dabei: Cocktail Happy Hour
- Regen im Paradies
16. Oktober 2015
Wir rocken das Kanu – oder das Kanu uns?
Das Wetter hat sich noch einmal verschlechtert. Kam gestern noch ab und an die Sonne raus, so hat sich heute eine fiese Wolkendecke festgesetzt, die ab und an Regen abwirft und es windet ziemlich stark. Wir machen uns also einen gemütlichen Tag auf unserer Terrasse. Am Nachmittag wird uns das Rumgesitze dann aber doch zu blöd und wir machen einen Spaziergang am Strand entlang, wo Andi unzählige neue Freunde in Form von Minikrebsen findet, die es sich in Schneckenhäusern gemütlich gemacht haben. Da noch einiges vom Tag übrig ist, entschließen wir uns ein Kanu zu leihen, dass das Hotel seinen Gästen kostenfrei zur Verfügung stellt. Wir wollen einmal bis zum Ende des Korallenrings fahren, um zu sehen wie hoch die Wellen dort tatsächlich sind. Frohen Mutes machen wir uns also auf den Weg und merken schon ziemlich bald, dass die Geschichte gar nicht so trivial ist. Wir müssen entgegen der Strömung paddeln und irgendwie zieht es uns immer entweder nach links oder nach rechts aber nie geradeaus. So mühen wir uns also im Zickzackkurs ab um Richtung Korallenring zu kommen. Nach etwa 15 Minuten sind wir beide platt. Die Arme schmerzen und wir haben uns noch nicht wirklich weit fortbewegt. Wir wollen es aber (noch) durchziehen und hängen weitere 10 Minuten dran. Die See wird rauer, der Wind arbeitet gegen uns und wir sehen ein, dass der Korallenring wohl ziemlich weit weg ist und trotz unseres vielfältigen (Leistungs-) Sportprogrammes auf der Reise in Sachen Kondition noch Luft nach oben ist. Wir drehen um und kommen mit der Strömung auch gleich viel schneller voran. Weiterhin im Zickzackkurs gehts zurück Richtung Hotel und wir sind fix und fertig als wir ankommen. Wir schleppen uns noch zum Happy Hour Cocktail, auch heute wieder mit musikalischer Untermalung, lassen uns ein weiters Mal vom Abendessen enttäuschen und fallen ins Bett. Na gut – Andi legt sich behutsam auf den Bauch, denn wider der Vorhersage der Hotelangestellten, hat sich sein Seeanemonen verunstalteter Rücken in keinster Weise gebessert. Wir hoffen auf morgen.
- Schon mal so schönes schlechtes Wetter gesehen?
- Viele neue Kumpels
- Einer der größeren Sorte
- Traumstrand trotz Regen
- 🎶Wer hat die Kokosnuss, wer hat die Kokosnuss…🎶
- Einzige Straße von Huahine
- Kanu fahren (lassen)
- Gentleman
- Verdientes „Feierabendbier“
- Dämmerung
- Sonnenuntergang
17. Oktober 2015
Der Morgen begrüßt uns mit strahlendem Sonnenschein und mit der Sonne sieht das Meer tatsächlich noch viel faszinierender aus. So eine Farbintensität haben wir noch nirgends vorher ansatzweise gesehen. Wunderschön! Andis Seeanemone juckt immer noch, aber das Wasser sieht einfach so verlockend aus. Und wenn es bei bedecktem Himmel unter Wasser schon so schön war, wie soll es dann erst bei Sonnenschein sein? Andi betet das Mantra „remember always, you are not Nemo“ in Gedanken immer wieder herunter und wir gehen auf Entdeckungstour. Und es ist wieder nur fantastisch! Ewige Sicht, tausende Fische und das Wasser ist so angenehm warm. Aber was schreibe ich, ihr seht es ja gleich auf den Bildern. Am Abend beschließen wir nicht im Hotel zu essen, sondern in einem kleinen Restaurant, das wir bei unserem Strandspaziergang gestern entdeckt haben. Das Essen ist reichlich, gut und auch noch günstiger als im Hotel. Das war ein würdiger Abschlusstag und -abend für die Insel Huahine bevor es morgen nach Bora Bora geht.
- So blau kann das Meer ohne Photoshop sein
- Strand Huahine Iti in seiner ganzen Pracht
- Traum?
- Traumhafte Sicht
- Fisch (Tear Drop Butterflyfish (Tränentropfen-Falterfisch))
- Fisch noch näher (Double Saddle Butterflyfish)
- Fische, überall Fische
- Fisch ganz nah (Threadfin Butterflyfish (Fähnchen-Falterfisch))
- Whitebanded Triggerfish
- Unglaubliches Meer
- Wahnsinns Strand
- So lässt es sich leben











































