02. November 2015
Ankunft im Paradies – schon wieder
Ausnahmsweise fangen wir nicht mit unseren Eindrücken an, sondern mit einer kurzen Skizzierung der Einzigartigkeit des Tuamotu-Archipels. Wir waren bisher in Französisch Polynesien auf den Îles de la Société (Gesellschaftsinseln), genauer auf den Îles du Vent (Inseln über dem Winde, also die der windzugewandten Seite: Tahiti, Moorea) und den Îles sous le Vent (Inseln unter dem Winde, also die der windabgewandten Seite: Huahine, Bora Bora, Maupiti). Das sind zweifelos paradiesische und wunderschöne Inseln, aber eben was man bzw. wir uns unter Inseln vorstellen. Kurz: ein kleines Eiland mit Wasser drum herum. Ganz anders die „Inseln“ des Archipel des Tuamotu. Dies sind Korallenringe (!!!) mit einer Lagune innen, in der wiederrum tatsächlich Motus existieren (allerdings unbewohnt), und der Südsee außen. Der Ring für sich wird dabei nicht über 500m (!!!) breit. Seit 2006 sind Fakarava und sechs weitere umliegende Atolle des Tuamotu-Archipels als Biosphärenreservat der UNESCO gelistet. Fakarava ist 60 km lang und 25 km breit (inklusive Lagune) und das Biosphärenreservat Fakarava umfasst 270 000 ha. So, nun sind wir wieder dran.
Aufgrund der obigen Fakten liegt es aus unserer Sicht auf der Hand, dass wir auf einer Weltreise dieses Fleckchen Erde nicht verpassen durften.
Schon beim Anflug sind wir während des Blickes aus den Flugzeugfenstern sprachlos. Wir können nicht glauben, dass auf diesem extremst schmalen Ringchen Land, Leute leben und es darüber hinaus sogar Unterkunft für Menschen wie uns geben soll. Tatsächlich haben wir auch Glück mit dem Wetter. Es geht kein Wind und die Sonne strahlt mit dem Glitzern der Südsee um die Wette – die (Aus-) Sicht ist sensationell. Deswegen unten auch mehr Fotos vom Anflug als üblich. Beim Aussteigen machen wir noch ein paar obligatorische Flughafenfotos. Der sieht aus, wie die anderen in Französisch Polynesien auch: einfach und schön. Jemand aus unserer Unterkunft, die dieses Mal für uns zweifelsfrei zur gehobenen Kategorie zu zählen ist, erwartet uns bereits. Aus diesem Grund haben wir dieses Mal auch einen Bungalow in zweiter Reihe; direkt am Meer war nicht bezahlbar. Es holen uns tatsächlich die durchtrainierten und gut aussehenden jungen Männer, die auf dem Internetauftritt des Hotels zu sehen sind, ab. Der „Bus“ ähnelt dem auf Bora Bora. Quasi ein Pickup mit Bänken und Plane über der großen, hinteren Fläche. Wir kommen in unserer Unterkunft im Nordosten des Atolls an und werden direkt zu unserem Bungalow begleitet. Wir sollen ankommen und auspacken, um danach gemütlich am Strand einen Welcome-Drink zu uns zu nehmen. Das lassen wir uns nicht zweimal sagen. Natürlich tragen wir bereits die Badesachen. Damit kommt auch am Strand, der eine einzige makellose Schönheit ist, auch sofort Südsee-Flair auf. Dazu noch den Drink, man uns gehts schon wirklich sehr gut! OK, leicht beduselt, das Teil ist ganz schön stark, geht es ab zum Schnorcheln. Wunderbar. Es gibt kein großes Riff, sondern viele kleine Koralleninseln, die von vielen Fischchen bevölkert sind. Wir genießen es, aber es ist mittlerweile auch schon relativ spät. Also gehen wir duschen und richten uns zum Abendessen her. Wir wissen nicht, ob es an der Dusche, dem langen Tag, der unglaublichen Umgebung, dem tollen Flair oder an was auch immer liegt, aber das Essen ist eine absolute Wucht. Wir fragen sofort nach, wer da kocht. Es ist eine Einheimische. Man, die ist unglaublich gut in dem was sie da macht. Der Nachtisch setzt dem wunderbaren Menü die Krone auf! Es ist eine Kokos-Panacotta, die die Geschmacksknospen explodieren lässt! Die drei, vier anderen Paare bzw. Familien, die ebenfalls hier sind, bekommen alle das gleiche Drei-Gänge-Menü. Über lecker. Als Absacker trinken wir jetzt noch ein Gläschen Weißen. Auch das ist lecker, wobei uns die Augen nun beinahe von alleine zufallen. Das frühe Aufstehen macht sich nun bemerkbar. Wir gehen mit einem wirklich außerordentlich guten Gefühl ins Bett, aber nicht ohne davor noch den kleinen Verkaufsabschnitt im Gebäude anzuschauen. Dort werden die hier gezüchteten Südsee-Perlen gezüchtet, verarbeitet und verkauft. Das lädt zum Träumen ein. In diesem Sinne, schlaft gut.













03. November 2015
Der Franzose, dein freundlicher Nachbar
Wir frühstücken sehr französisch, also ausschließlich süß. Für Andi ist das zwar fein, aber Lina hätte schon auch gern etwas Herzhaftes. So steht sie nicht komplett überzeugt vom Tisch auf. Was fangen wir denn jetzt mit diesem Tag an? Leider ist es auch ziemlich bewölkt. Wir haben es wirklich nicht leicht, beschließen aber trotzdem unsere Umgebung an Land etwas zu erkunden und organisieren uns dazu zwei Fahrräder. Diese sind zwar klapprig, dafür aber kostenlos ausleihbar. Es geht los in Richtung Norden. Andi war in der Südsee noch nicht tauchen, genauer gesagt er war noch gar nicht tauchen, seitdem er seinen Tauchschein erfolgreich erlangt hat. Das soll sich hier ändern und so ist unser erster Stop ein PADI Dive Center. Andi macht für morgen 10:30 Uhr einen Tauchgang am nördlichen Pass (vgl. Google Earth Ausschnitt) aus. Die Lagune Fakaravas hat zwei Pässe (Durchbrüche) in die Südsee. Einen im Norden (Garuae) und einen im Süden (Tumakohua). An diesen Stellen gelangen die Jäger in und aus der Lagune und aufgrund der Strömung ist das Wasser hier am nährstoffreichsten. Somit ist die Wahrscheinlichkeit auf Haie und weitere Großfische zu stoßen sehr hoch. Andi freut sich schon! Wir radeln weiter. Wir suchen einen Weg, der von der innen liegenden Lagunenseite auf die äußere Südseeseite führt. Wir stellen uns vor, dass es dort Wellen gibt, das Meer recht steil abfällt und wollen dort baden. Wir finden einen solchen Weg, doch Weg ist dafür eigentlich das falsche Wort. Es ist eher Natur, der man ansieht, dass hier schon einige Male Menschen unterwegs waren. Wir bewältigen die Strecke ohne Sturz. Der Anblick überrascht uns. Sandstrand gibt es hier nicht wirklich. Das Wasser ist auf den ersten grob zehn Metern maximal knietief. Im Anschluss folgt ein natürlicher Steinwall, auf welchem man nur bis zu den Knöcheln im Wasser ist und an dem kleine Wellen brechen. Vermutlich ist momentan Ebbe und bei Flut reicht das Meer bis knapp zu den Bäumen. Vielleicht tut das Wetter sein Übriges, auf jeden Fall finden wir es nicht wirklich berauschend, weswegen wir uns auch nur kurz hier aufhalten und uns wieder auf den Weg machen. Wir wollen etwas Supermarktähnliches aufsuchen, um uns mit Wasser und einigen Snacks auszustatten, auch wenn wir leider keine Mini-Bar oder Kühlschrank in unserem Bungalow haben. Im Tante-Emma-Laden holen wir Wasser und gönnen uns eine gekühlte Orangina. Sport macht eben durstig. Wir bringen die Sachen zurück ins Pearl Havaiki und wollen jetzt entspannen. Lina legt sich ab und Andi macht am kleinen Holztisch anbei Rätsel. Es kommt ein älteres französisches Paar an „unseren“ Tisch ohne uns zu begrüßen oder zu fragen, ob die Plätze noch frei sind. OK, vielleicht sind wir zu spießig und das macht man hier einfach so. Irgendwie haben wir aber das Gefühl, dass das Paar es lieber sähe, wenn wir gehen würden. Übrigens sind noch einige Tische unbesetzt, aber dieser steht wohl in direkter Linie von deren Strandbungalow zur Lagune und sie sind, davon gehen wir aus, der Meinung, dass das somit ihr Tisch ist. Die Grande unterstreicht das noch, indem sie ihre ansehnlichen Füße auf den Tisch legt. Diese landen in etwa 30cm Entfernung zu Andi und dessen Rätsel. Da wir weder diskutieren noch streiten wollen, stehen wir auf, wünschen einen wunderschönen Tag und ziehen gut 20m weiter zum nächsten Tisch. Auf unsere lieben Wünsche reagieren die beiden mit einem schlechten Gewissen. Das tut gut und gibt uns das Gefühl richtig gehandelt zu haben. Nun sind wir völlig ungestört und entdecken den Haushund. Dieser kann wie der auf Maupiti ebenfalls Cancer genannt werden. Zumindest vollführt er das gleiche Schauspiel und buddelt tief im Sand nach Krabben. Er ist aber nicht ganz so geschickt wie der auf Maupiti und so entwischt die Krabbe zwischen seinen Beinen und ist schneller im Wasser als er sie einholen kann. So lassen wir den Nachmittag am Strand abwechselnd mit Schnorcheln, lesen, BackGammon, reinem Erfrischen und rätseln bis zum Abendessen gemütlich an uns vorüber ziehen. Nach der Dusche ist das Drei-Gänge-Menü wieder die reinste Gaumenfreude. Nach dem Essen denken wir, dass unser gestriges Abendprogramm sehr schön war und beschließen dieses zu wiederholen. Also gehen wir an die Bar und trinken noch einen leckeren Absacker. Dieses Mal gibt es sogar einen zweiten, den wir dann aber mit auf unsere Veranda nehmen und ihn bei einer Runde BackGammon zu uns nehmen. Life can be so easy!






04. November 2015
Südseetauchen und die Suche nach dem Motorhome
Schon beim Aufstehen scheint Andi ob des anstehenden Tauchgangs, immerhin sein erster außerhalb des Lernens, (leicht) nervös zu sein. Je näher der Uhrzeiger 10:30 Uhr kommt, desto nervöser wird er. Lina kann das gut verstehen. Es hilft alles nichts. Irgendwann schlägt die Uhr erbarmungslos 10:30 und Andi wird pünktlich mit einem Jeep abgeholt. Es geht zum Dive Center. Angekommen soll Andi sich direkt umziehen, da im Boot ein Paar wartet, das zwischen seinen Tauchgängen mit an Land muss, um Andi abzuholen. Es ist üblich zwei Tauchgänge zu absolvieren, zwischen welchen man nicht zurück zur Ablegestelle kommt. Andi ist dementsprechend der Sonderling mit seinem Single Dive. Aufgrund der Wartenden ist also nichts mit ankommen, Kaffee und Zigarette. Hektisch versucht Andi den sehr engen Neoprenanzug anzuziehen und schabt sich dabei ordentlich die Haut von zwei Fingerknöcheln. Es geht direkt zum Boot. Wir fahren ungefähr 20min mit dem nicht überdachten Schlauchboot ehe wir unser Ziel Garuae (Nordpass) erreichen. Auf dem Weg erklärt der Guide Andi, dass er sein Buddy ist und ansonsten nur das Paar dabei ist. Er fragt, ob Andi schon mal mit Nitrox (ein spezielles Sauerstoffgemisch) getaucht ist. Die Antwort ist nein und im Tauchkurs haben wir gelernt, dass es dazu eigene Lehrgänge gibt, die man absolvieren muss, ehe man damit tauchen darf. Andis Buddy erläutert, dass hier niemand ohne Nitrox taucht, da es das Risiko auf die Dekompressionskrankheit deutlich reduzieren soll und die nächste Dekompressionskammer mehrere Flugstunden entfernt ist. Beruhigend, aber wird schon gut gehen. Mit Tauchschein in der Südsee zu sein und nicht zu tauchen steht nicht zur Debatte. Andi fragt noch nebenbei, wie tief der Tauchgang gehen wird, da er mit seinem Open Water nur bis 18m Tiefe tauchen darf. Die Antwort, es werden zwischen 22 und 25m, kann Andi jetzt auch schon nicht mehr beunruhigen. Es geht los. Und schon nach 3-4m bekommt Andi den Druck auf einem Ohr nicht ausgeglichen. Beim Abtauchen muss der Druck im Ohr aber stetig ausgeglichen werden (ähnlich dem Druck im Flugzeug). Es geht also immer wieder 1-2m nach oben und 4-5m nach unten. Andis Buddy ist extrem geduldig, zeigt im neue Tipps zum Equalizen (Druckausgleich) und so entspannt Andi sich. Der Abstieg kann beginnen und Andis Tauchcomputer zeigt schnell 25m Tiefe an. Aber weder das noch das Atmen mit Nitrox spielen irgendeine Rolle, da das Schweben in (gefühlter) Schwerelosigkeit in dieser Umgebung absolut atemberaubend ist – zum Glück nur bildlich gesprochen. Die Korallen und die Riff-Steilwand sind unfassbar und ohne zu suchen sieht Andi Weißspitzen- und Graue Riffhaie. Nach einigen Minuten bedeutet der Buddy Andi, er soll sich an der Steilwand festhalten. Andi macht wie ihm geheißen und blickt sich um. Es ist schlicht nicht in Worte zu fassen: In ca. 2-3m Entfernung „fliegt“ eine Mantagruppe, bestehend aus vier beeindruckenden Exemplaren, an Andi vorbei. Wir haben leider nicht die rhetorischen oder literarischen Fähigkeiten zu beschreiben, was in diesem Augenblick in Andi vorgeht. Sucht ein Foto von Mantas im Internet und versucht es euch vorzustellen. Darüber hinaus sieht er viele verschiedene Triggerfish, Unicornfish, Parrotfish und Jackfish. Der komplette Tauchgang ist ein absolutes Highlight und der Aufstieg gelingt problemlos. Andi bekommt viel Lob vom Tauchlehrer, was dem Newbie natürlich gut tut. Zurück in der Unterkunft ist Lina sehr sehr froh, dass er heil, gut gelaunt und redselig zurück ist. Andi steckt Lina mit der Lust auf Entdeckungen auf und unter Wasser an. Aus diesem Grund gehen wir los und buchen für morgen einen Bootstrip zur Atoll-Erkundung inklusive schnorcheln am Südpass.
Der restliche Nachmittag besteht aus Entspannung am Traumstrand und Internetrecherche nach einem Motorhome, da wir ja am 08.11. nach Neuseeland aufbrechen werden und noch keines haben. Wir sind bei der Suche nicht wirklich erfolgreich, so dass diese nach dem erneut super leckeren Essen bis zur Nachtruhe weitergeht.





05. November 2015
Eine Tour zum Südpass Fakaravas (Tumakohua)
Heute Morgen stehen wir ziemlich früh auf und gehen zügig frühstücken. Danach noch schnell Mineralwasser, Schnorchel-Ausrüstung und Sonnencreme in den Rucksack packen. Für heute ist ja unser Ausflug nach Tumakohua, dem südlichen Durchbruch zwischen Lagune und Südsee, ausgemacht. Wir müssen also fast die komplette Nord-Süd-Ausdehnung der Lagune von Fakarava (ca. 60km) mit dem kleinen Motorboot zurücklegen und haben somit eine längere Fahrt vor uns. Am Boot angekommen (vor 8 Uhr), herrscht bei Lina und Andi Verwirrung, da offensichtlich zwei Taucher mit an Bord sind. Nach 20 Minuten Fahrt sind wir zunehmend entspannter, da Andi sich sicher ist, dass der Weg durch die Lagune ein anderer ist, als der den er gestern für den Tauchgang zurückgelegt hat. Dafür werden die Taucher immer nervöser. Irgendetwas scheint nicht zu stimmen. Wir haben keinen Tauchgang gebucht. Die Taucher fragen beim Kapitän nach, wo denn nun getaucht wird. Nach anfänglichen Verständigungsschwierigkeiten ist deutlich, dass die Taucher auf dem falschen Boot sind. Der Kapitän will zu Beginn sein Ding trotz der Taucher an Bord durchziehen und zum Südpass fahren. Irgendwann ist er aber überzeugt, die zwei Diver an der Top Dive Basis im Südwesten der Insel abzusetzen, auch wenn der kleine Umweg die Laune des massiven Polynesiers nicht hebt. Nun sind wir noch zu siebt. Der Guide, Lina & Andi sowie vier weitere Gäste. Schön kleine Gruppe, ganz nach unserem Geschmack.
Kurz darauf befinden wir uns in unmittelbarer Nähe zu einem Steg und Anlegeplatz. Unser Guide sagt, dass wir an der ersten Schnorchelstelle angekommen sind. Er selber geht nicht mit ins Wasser. Wir ziehen also Flossen an, setzen die Tauchmaske mit Schnorchel auf und hüpfen todesmutig ins Wasser. Was die Lagune hier in Fakaravas Süden zu bieten hat ist absolut fantastisch. Und das alles beim Schnorcheln und ohne sich in 25m Tiefe zu befinden. Wir sehen große Ansammlungen gleicher Fische (in Tauchsprache: Fischsuppe) und in deren Nähe patrouillierende Schwarzspitzen-Riffhaie. Die Korallen scheinen intakt zu sein und es gibt Pazifische Trompetenfische, große Drückerfische (Triggerfish), einen kleinen Napoleonfisch, viele weitere schöne bunte Fische und den Haien kommen wir sehr nah. Nach kurzer Gewöhnungszeit an die Jäger verlieren wir die Angst. Übrig bleiben Bewunderung und Respekt; für die Haie im Speziellen und für die Unterwasserwelt im Allgemeinen.





Wieder aus dem Wasser wird in der Zwischenzeit frisch gefangenes – Langusten, die noch leben und Papageifisch – und mitgebrachtes (Fleischspieße) Mittagessen zubereitet. Dazu gibts natürlich Reis. Für das Kredenzen sind unser Guide und ein Grill zuständig. Der Grill besteht, wie wir das auch letztes Jahr im Urlaub auf Jamaika schon kennengelernt haben, aus einem aufgeschnittenen Fass, in welchem Kokosnussschalen verbrannt werden, und etwas Gartenzaunähnlichem, was den uns bekannten Grillrost darstellt. Alles was von diesem Grill kommt ist auch sehr lecker. Was das Südsee-Feeling leider stört ist, dass der Platz wohl von allen Ausflüglern genutzt wird, wir das Essen auf Plastikstühlen, von Plastiktellern (und nicht von Blättern wie auf Bora Bora) und mit einer Unmenge an Fliegen, die vom Frischfang angezogen werden, vertilgen müssen. Aber es werden nicht nur Insekten angezogen. Die nicht essbaren Fisch- und Essensreste landen direkt wieder in der Atolllagune. Das zieht viele Fische an, die vom Strand aus sehr gut zu sehen sind.





So gut gestärkt wollen wir uns selber davon überzeugen, ob vom Mittagessen wirklich nichts übrig geblieben ist und ziehen Flossen an und Schnorchel auf. Ihr seht schon, wir haben überhaupt keine Angst mehr vor den Riffhaien. Obwohl das Wasser sehr seicht ist, ist es kristallklar. Trotzdem versetzt uns das nicht in die Lage, die Haie zählen zu können. Es sind einfach zu viele. Die sind auch völlig entspannt und ziehen ruhig ihre Bahnen. Dazu noch allerlei weitere Südseefischchen.






Nach diesem kurzen Bad, geht es für uns gut gelaunt zurück aufs Boot.


Nach ein paar Minuten Fahrt, zieht eine große Wolkenwand auf, aber unser Kapitän ist vorbereitet, verteilt Regencapes und gibt allen zu verstehen, dass es gleich sehr stark zu regnen beginnen wird. Das ist irgendwie schwer zu glauben; bei Mittagessen und anschließendem Schnorchelgang war das Wetter wirklich sehr gut. Aber wir ziehen die Regenteile über. Er hat Recht und kurz darauf fahren wir mehrere Minuten durch eine Regenwand, die den Tag zur Nacht macht. Dank der Regencapes bleiben wenigstens unsere T-Shirts trocken. Das hört sich irrelevant an, ist es aber nicht. Weil die Badehosen immer nass sind und der Fahrtwind nicht zu unterschätzen ist, ist es sehr angenehm oben etwas Trockenes anzuhaben. Auf der anderen Seite der sehr tief hängenden Wolkenwand angekommen, herrscht wieder schönstes Wetter. Dieses Mikroklima ist ein wirklich sehr beeindruckendes Schauspiel. Wir erreichen unser letztes Ziel der Tour, die Strände Pink Sands. Diese sind wirklich sehr sehr schön! Heben sich aber nicht von anderen Stränden in der Südsee ab – es sei denn man erkennt hier wirklich pink. Auch dort schnorcheln wir ein weiteres Mal. Die meiste Zeit genießen wir aber einfach in dieser Südseeidylle.









Der Guide ruft uns nach einem ausgiebigen Aufenthalt in der Strandlandschaft zurück zum Boot. Es geht auf direktem Wege zurück. Die anderen beiden Paare lassen wir etwas südlich vom Havaiki aussteigen. Es dämmert bereits und wir hüpfen noch schnell unter die Dusche. Jetzt freuen wir uns auf unser sensationell leckeres Drei-Gänge-Menü und danach eine erholsame Nachtruhe. Schlaft schön.
06. November 2015
Entspannung bei Regen und Perlen-Shopping
Wie immer in der Südsee wachen wir in leichten weißen Laken und bei angenehmen Temperaturen auf. Da es regnet und die letzten beiden Tage wirklich aufregend waren, entscheiden wir uns dazu, dass wir heute chillen und hieran weiterschreiben. Das Wetter wird nicht besser und wir beschließen, dass wir mal zu den Perlen schauen. Der Abschied aus der Südsee naht und Lina will etwas Bleibendes mitnehmen. Sie schleicht auch schon die Tage hier immer mal wieder vorbei. Dabei hat es ihr eine Perlenkette besonders angetan. Lina ringt sich durch und kauft die Kette. Sie ist wirklich sehr schön! Für unsere Liebsten kaufen wir auch noch Perlen, nur in kleineren Ausführungen. Ihr dürft Euch zu Hause also freuen. Noch im Kaufrausch denken wir, dass unser letzten Abend nochmals mit einer Kokos-Panacotta veredelt werden sollte. Aus diesem Grund überlegen wir, ob wir das in der Küche für abends bestellen sollen. Zuerst schauen wir uns aber das heutige Menü auf der Tafel an. Es wird als Nachtisch Kokos-Crème brûlée geben. Damit hat sich unsere Nachfrage erledigt und wir sind in großer Essensvorfreude. Leider wird das Wetter nicht mehr besser und auch der Nachtisch kann jetzt am Abend nicht annähernd halten, was wir uns von ihm heute Nachmittag versprochen hatten. Vielleicht hätten wir uns doch die Kokos-Panacotta wünschen sollen. Unseren letzten Abend im Tuamotu-Archipel lassen wir in trauter Zweisamkeit auf unserer Veranda ausklingen. Beinahe zweisam; eine Katze möchte noch unsere Bekanntschaft machen. Die nehmen wir natürlich gerne auf und dieses Mal hat nicht Andi, sondern Lina einen Spielkameraden gefunden.

07. November 2015
Das Wetter macht uns den Abschied noch schwerer
Wir wachen früh bei Traumwetter auf, gehen frühstücken und packen unsere Rucksäcke. Die Katze hat Lina in ihr Herz geschlossen, zumindest ist sie den ganzen morgen auf unserer Veranda. Da unsere Propellermaschine erst um 14:40 Uhr abhebt, haben wir noch genügend Zeit eine kleine Runde schnorcheln zu gehen. Leider schimmelt Linas Schnorchel, weswegen Sie am Strand bleiben möchte. Andi möchte an der hoteleigenen Perlenzuchtstation schnorcheln. Dabei entdeckt er dort einen kleinen Bereich Meer, der durch ein Netz abgesteckt ist und dadurch quasi ein Becken von vielleicht 10 auf 3m bildet. In diesem Meerwasserbecken sind einige größere Fische (Papagei-, Drücker- und kleinere Napoleonfische). Andi geht aus dem Wasser, überzeugt Lina von der Fischdichte und dass sich das auf jeden Fall lohnt und die beiden gehen gemeinsam. Lina eben nur mit Tauchmaske und ohne Schnorchel. Das begrenzende Netz ist engmaschig genug, damit die großen Fische nicht heraus können, Jäger nicht hinein schwimmen können, aber es durchaus Durchgangsverkehr kleinerer Fische gibt. Dies wiederum veranlasst einige Schwarzspitzen-Riffhaie um den Bereich zu patrouillieren. Es ist also wirklich ein ziemlich geiler Schnorchel-Spot. Zusätzlich gibt es in diesem Becken Suckerfish. Für diejenigen von Euch, die diese Tierchen nicht kennen, folgen gleich zwei Fotos, welche wir im Internet gefunden haben. Leider haben wir die Kamera beim Schnorcheln heute nicht dabei.


Außerhalb dieses Bereiches sucht sich ein Suckerfish einen Hai, einen Manta, eine Schildkröte, einen Wal oder einen ähnlich großen Meeresbewohner, an dessen Unterseite er sich saugen (engl. suck) kann. Und was sollen wir sagen, die Viecher jagen uns und wollen sich an uns saugen. Wir wissen leider auch nicht was passiert, wenn es einem Suckerfish gelingen sollte. Auch wenn die Suckerfish vermutlich nicht länger als 20cm sind, ist es ein ungutes Gefühl von einem Tier verfolgt zu werden. Lina bereitet das eine ganze Menge Unbehagen, zumal sie darüber hinaus den Kopf ständig aus dem Wasser heben muss, um atmen zu können (da der Schnorchel ja schimmlig an Land liegt). Lina fragt Andi (leicht panisch): „Ist der an mir dran?“ Als Andi frech und unwahr mit „ja“ antwortet, ist es um Linas Geduld geschehen. Sie verlässt das Wasser auf kürzestem Wege. Auch Andi ist das Schauspiel kurz darauf einfach zu viel. Er geht hinter Lina. Wir gehen duschen und werden jetzt an den Flughafen gebracht. Dort stärken wir uns vor dem Abflug noch mit Bier und Panini und besteigen das kleine Flugzeug, welches uns vom Tuamotu-Archipel zurück nach Tahiti (Gesellschaftsinseln) bringt.






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