18. Oktober 2015
Ankunft im Paradies!
Nachdem wir den Vormittag in Huahine noch mit Schnorcheln und tiefer Entspannung verbracht haben, so wie man das in der Südsee nach unserer Meinung machen sollte, gibt es zum Abschied eine selbstgemachte Muschelkette, die auch gleich mit Stolz übergestreift wird. Ehe wir pünktlich um 16:40 Uhr mit dem Ziel Bora Bora abheben, erfragt Andi wieder, von welcher Seite im Flugzeug man beim Anflug auf Bora Bora die bessere Sicht hat. Dementsprechend nutzen wir die freie Platzwahl in dem Miniflieger wieder aus. Schon aus der Luft ist die Insel, durch ihren südseetypischen Korallenring und den Berg in der Mitte sowie dem unglaublichen Farbenspiel, eine atemberaubende Schönheit! Jetzt ist es 17:05 Uhr und wir landen pünktlich. 25min Flugzeit; so lange benötigt die S8 vom Münchner Hauptbahnhof nach Unterföhring auch ungefähr. Der Flughafen ist wieder einmal nur ein kleines Häuschen und beim Verlassen verschlägt es uns schier die Sprache. Der Flughafen befindet sich auf einem Motu (so nennen die Polynesier übrigens kleine vorgelagerte Inseln, die keine Erhebung / Hügel haben) und wir haben von hier einen fantastischen Blick auf die Insel Bora Bora und die umgebende Lagune. Lina treibt es die Tränen in die Augen. Wir sind wirklich hier! Wir erfüllen uns gerade einen gemeinsamen Lebenstraum! Hätten wir ein Zelt dabei, würden wir hier gleich bleiben, so schön ist das Flughafen-Motu. Zur Unterkunft müssen wir aber mit der Fähre nach Bora Bora übersetzen. Ehe wir unser Gepäck holen, will Andi auf eine kleine Landzunge mit einem Schild, auf dem einfach nur „Aeroport de Bora Bora“ steht. Andi hat das online gesehen und ist der festen Überzeugung, dass es sich lohnt und dieses Foto einfach sein muss, wenn man schon mal hier ist. Das Schild liegt in einiger Entfernung und auf dem Weg wird Lina etwas mulmig: ob wir die Fähre, die bereits vor Anker liegt, wohl trotz des Shootings noch erreichen? Sie gibt zu bedenken, dass wir das Foto doch auch noch bei Abreise machen könnten. Doch Andi will dieses Foto jetzt, da das Wetter einfach optimal ist und setzt sich letztendlich durch. Wir machen also die Fotos. Zuerst Lina, dann Andi und natürlich auch noch Selfies. Wir gehen eben die ersten Schritte zurück, als wir sehen, dass die Fähre ablegt. Lina sackt in sich zusammen und denkt grimmig: „Ich habs doch gesagt!“ Zurück im Flughafen liegt unser Gepäck einsam und verlassen da und auf Nachfrage erklärt man uns, dass die nächste Fähre in etwa zwei Stunden fährt, wenn der nächste Flieger landet. Die Stimmung von Lina sinkt auf den Tiefpunkt, wohingegen Andi sich Bier bestellt und die Sonne und den Blick auf Bora Bora genießt. Diese „Is mir egal, mir geht’s gut“ – Haltung geht Lina nur noch kräftiger auf die Nerven. A la „geht nicht, gibt’s nicht“ geht sie diesmal direkt zum Air Tahiti Schalter und fragt, ob es eine andere Möglichkeit gibt, sofort auf die Hauptinsel zu gelangen. Ein schlichtes „Warum“ ist die Antwort, da doch in 30 Minuten die nächste Fähre geht. Puh, das hebt die Stimmung! Wieder gut gelaunt geht sie zu Andi und dem Bier zurück und lässt es sich nun die nächsten 30 Minuten auch gut gehen. Andi ist froh und bedankt sich in Gedanken für diese glückliche Fügung. Die Überfahrt ist beeindruckend und wir können auf dem Freiluftdeck den Sonnenuntergang genießen. Durch diese romantische Atmosphäre ist Lina vollends besänftigt. In Vaitape angekommen, suchen wir, als nicht Pauschalreisende, den öffentlichen Bus, der in Richtung Matira Beach fährt. Dies ist der einzige längere Strand auf dieser Insel (deshalb auch die berühmten Overwater Bungalows) und der Standort unserer Unterkunft. Leider finden wir aber keinen Bus. Als Andi ein Paar sieht, dass in einen kleinen Bus steigt, rennt er hin und fragt die Fahrerin nach dem öffentlichen Bus. Dabei kann sie Andi nicht helfen, aber sie fragt nach unserem genauen Ziel. Andi nennt es und die voluminöse Polynesierin bietet an, dass sie uns auch direkt vor Ort rauslassen kann. Wie nett und hilfsbereit ist das denn bitte? Na ja, manchmal läufts einfach. Wir kommen gerade an, als der französische Besitzer Jacques uns sofort empfängt und schildert, dass er schon mehrmals versucht habe, auf Andis (deutscher) Handynummer anzurufen. Logischerweise konnte er keine Verbindung zum gewünschten Teilnehmer herstellen.Wir hatten ihm die Flugdaten durchgegeben und er hatte den Bus auf die verpasste Fähre organisiert. Der Bus fährt nämlich nur auf Bestellung. Er hatte sich ernsthaft Sorgen um seine Gäste gemacht. Jetzt sind wir aber da und es ist alles gut. Für Wifi muss man hier leider bezahlen. Es kostet 2.000 Polynesische Franc für 5 Stunden. Das sind umgerechnet knapp 17€. Lina findet aber zum Glück heraus, dass man sich abmelden kann und so nur Zeit gezählt wird, in der auch tatsächlich Daten empfangen bzw. gesendet werden. Wir kaufen also. Unsere Unterkunft ist eine der wenigen (relativ) erschwinglichen auf Bora Bora und ohne Overwater Bungalows, war aber, wie alle anderen auch, bei Booking.com o.ä. bereits ausgebucht. So lief die Buchung über Emails und wir werden jetzt zwei Nächte im Family Bungalow mit kleiner Küche und anschließend drei Nächte im Bungalow direkt am Strand verbringen. Die Bungalows sind, man würde wohl sagen, zweckmäßig eingerichtet, aber mehr brauchen wir in dieser schönen Umgebung auch nicht. Wir packen also das Nötigste aus und gehen los, um die Nachbarschaft zu erkunden und um Essen zu jagen. Auf die Tipps von Jacques hörend, finden wir auch ein nettes kleines Restaurant, in dem wir lecker essen und Andi „richtiges Bier“ bekommt. D.h., während die Biere in Südamerika stets sehr wässrig waren, ist das lokale Bier hier (Hinano; wird auf Tahiti gebraut) tatsächlich ein Bier. Der Preis des gesamten Essens ist allerdings auch nicht zu verachten, obwohl es eines der günstigeren Restaurants auf Bora Bora sein soll. Unseren Beisitzer, einen zugelaufenen Straßenhund, möchte Lina am liebsten adoptieren und lässt ihm viel Zuneigung durch Streicheleinheiten zukommen, was Andi etwas eifersüchtig macht. Aber völlig unnötig, da sich das Tierchen, nachdem es bemerkt, dass unsere Teller leer sind auch wieder verzieht. Der lange Tag, die Anreise, das Essen und ein Cocktail auf’s Haus lassen uns dann auch selig schlafen.
- Hochmodernes Gepäckband
- Blick vom Flughafen
- Willkommen auf…
- BORA BORA!!!
- Chillen am Flughafen 😉
- Lina strahlt mit Bora Bora um die Wette
- Entspannte Vorfreude
- Die Insel unserer schlaflosen Nächte
19. Oktober 2015
Strandgenuss und Schnorcheln
Ebend aufgestanden, gehen wir jetzt zuerst in den Tante Emma Laden gegenüber, um unser Frühstück zu pimpen. Das Frühstück vom Hotel gibt es zwar von Jacques höchstpersönlich direkt auf die Terasse des Bungalows geliefert, besteht aber, ganz französisch, nur aus Süßkram (Marmelade, Croissants, Obst…). Im Supermarkt gibt es die Eier nur im 10er Pack, aber ok, uns wird schon eine Verwendnung einfallen. Frühstück ohne Ei ist aus unserer Sicht kein richtiges Frühstück und wenn wir schon mal eine Küche haben, soll diese auch genutzt werden. Gestärkt mit Baguette, Croissant, französischer Butter und französischem Schinken und polynesischen Eiern entscheiden wir, dass wir heute einen Strandtag machen. Überraschend, oder? Matira Beach ist der Südzipfel von Bora Bora und so schmal und lang, dass es einen westlichen und einen östlichen Strand gibt, wobei unsere Unterkunft am östlichen liegt. Darüber hinaus sind beide Strände grundverschieden. Während der westliche so ist, wie man sich das von der Südsee vorstellt, also diese unglaubliche Farbe hat und man 100 Meter im Meer noch stehen kann, fällt der östliche steil ab und weist tolle Korallen nach circa 20m auf. Wir kundschaften heute beide aus. Das Urteil ist eindeutig: es gibt keinen Sieger. Beide sind wunderschön und je nachdem auf was man gerade Lust hat, außer wenn man Wellen möchte, findet man seinen Traumstrand. Viele Menschen sind an beiden nicht. Was uns zuerst überrascht, dann aber sehr logisch ist. Die Einheimischen sind arbeiten, es ist ja Montag (Wochentage haben ihre Bedeutung mittlerweile vollständig verloren) und die wenigen (hier normalen Luxus- oder Honeymoon-) Touristen sind auf ihren Overwater-Bungalows oder in den dazugehörigen Hotelanlagen. Es ist schlicht und einfach perfekt. Wir befinden uns heute mehr auf der Korallenseite und bewundern bei mehreren Schnorchelgängen die Fischvielfalt. Es sind hier etwas weniger als auf Huahine, jedoch kommen sie sehr nahe und sind neugierig. Vielleicht auch eher an Menschen gewöhnt, wer weiß. Es ist auf jeden Fall wunderbar und uns geht es super! Morgen wechseln wir in den Strandbungalow und haben keine Küche mehr. Also kocht Lina zum Abendessen Spaghetti Carbonara (die Eier müssen ja einem guten Zweck zugeführt werden). Sie freut sich wirklich über das Kochen, ist es doch das erste Mal seit Ende Juli. Andi freut sich nicht weniger darüber. Die Essenszubereitung dauert jedoch weit über zwei Stunden, da die beiden elektrischen Herdplatten so schwach sind, dass alleine das Wasser, obwohl es aus dem Wasserkocher kommt, weitere 20 Minuten benötigt, um wieder zu kochen. Der Spaßfaktor wird dadurch deutlich reduziert, wenigstens auf Lina’s Seite. Trotz dieser Widrigkeiten zaubert sie allerdings ein äußerst leckeres Abendessen und Andi kann sein Glück gar nicht fassen, in der Südsee bekocht zu werden.
- Pool? Nein! Bora Bora!
- Paradiesisch
- „Mama-Badewetter“
- Westseite Matira Beach
- Westseite Matira Beach
- Das Hinano darf auf Französisch Polynesien nicht fehlen
- Unsere Unterkunft auf Bora Bora (Ostseite Matira Beach)
- Schwimmen mit unzähligen Sergeant Fischen
- Belohnung nach so viel Wassersport
- Teil unseres Hausriffes (Matira Beach Ostseite)
- Andi will den Fischen noch näher sein
20. Oktober 2015
Zoff und Regen im Paradies
Heute ist das Wetter schlechter und wir müssen warten, bis wir aus dem Family Bungalow in den Beach Bungalow umziehen können. Nach zwei Runden Backgammon ist es soweit und wir ziehen um. Könnt ihr euch das vorstellen? Wir haben jetzt einen Bungalow direkt am Strand von Bora Bora! Wie gesagt macht das Wetter zwar nicht ganz so gut mit, das hält uns aber nicht vom Schnorcheln ab – warum sollte es auch? Wir überlegen ob wir uns einen geführten Ausflug gönnen sollen (Ausflüge kosten hier ab 100 € p.P.). Uns wurde aber schon mehrfach nahe gelegt, dass man, auch wenn die Kosten sehr hoch sind und einem die Schönheit der Strände eigentlich schon reicht, trotzdem wenigstens eine Tour machen soll, nämlich die Lagunentour. Also gut, so oft kommt man hier ja nun nicht her und wir buchen diese Tour für morgen. Abends zoffen wir uns das erste Mal auf unserer Reise so richtig. Abendessen ist gestrichen, Lina schmollt am Strand, Andi auf der Terasse und verleibt sich die Reste vom Frühstück ein, während Lina grummelnd und ungegessen schlafen geht.
- Lina schwimmt mit Threadfin Butterfly-Fischen
- Andi nach einem Schnorchelgang ohne Lina
- Anschließendes Lufttrocknen
- Schlechte Stimmung im Paradies (noch gespielt)
- Vor dem Streit bei
- Sonnenuntergang ist noch alles gut
- Auch im Paradies muss es mal regnen
21. Oktober 2015
Wunderbare Lagunentour
Der Streit ist am frühen Morgen dann auch zum Glück gleich wieder vergessen und es geht ab zur Lagunentour. Unser Guide und gleichzeitig Kapitän des Bootes ist ein einheimischer, hier geborener Maori und Lina assoziiert ihn sofort mit George aus dem Dschungel. Er ist Polynesier mit langem Haar, super durchtrainiertem Körper und unzähligen, wirklich schönen Tätowierungen. Nur der Gesichtsausdruck ist manchmal etwas „einfach“, wie auch seine Ausdrucksweise. Er ist auf jeden Fall sehr sympathisch. Seinen Namen können wir uns leider nicht merken und so ist er ab jetzt einfach nur noch „George“. Unser erster Stop ist „der“ Korallengarten. Hier haben auch schon drei weitere Boote angelegt, was wir doof finden. Es geht ab ins Wasser. Die Anzahl und Diversität der Fische und Korallen ist unglaublich. Darüber hinaus haben wir eine großartige Sicht unter Wasser. Es ist kristallklar. Die vielleicht 15 anderen Menschen im Wasser bemerken wir gar nicht, da das Korallenriff auch sehr groß ist und man nie mehr als einem anderen Schnorchler begegnet. George ruft uns zurück. Es geht aber nicht weiter, sondern er will die Fische nun füttern. Das mag ökologisch mindestens grenzwertig sein, das ist uns wohl bewusst, aber in diesem Moment dann doch völlig egal. Die Dichte und Anzahl unterschiedlichster, wunderschöner Fische lässt uns im Wasser innehalten und bewundern. Es ist einfach geil! Zurück im Boot geht es vor den Lagunenausgang. Das ist das weltweit einmalige an Bora Bora. Der Korallengürtel, der die Insel umgibt und bis zur Meeresoberfläche reicht, hat nur einen einzigen Durchgang. D.h., dass nicht nur alle Schiffe diese Stelle passieren müssen, wenn sie nach oder von Bora Bora wollen, sondern eben auch alle Meeresbewohner. Das wiederum lockt natürlich viele Jäger an. Einige hundert Meter vor der Insel und vielleicht 30 Meter vor dem Riff, an welchem grandiose Wellen brechen, ist das Wasser hier wieder knietief. Das Spektakel, welches sich uns bietet ist 100% touristischer Natur. Trotzdem sind wir der Meinung, dass es sich lohnt und wir sind wahnsinnig glücklich diesem Spektakel beiwohnen zu können. Im extrem flachen Wasser wimmelt es von Blacktip Sharks (Schwarzspitzen(Riff-)Haien) und Sting Rays (Stachelrochen), die die durch Menschenhand verabreichte Mahlzeit nicht verschmähen. Wir fragen George, ob das nicht gefährlich sei, wenn die Haie im Fressmodus und Stachelrochen am Boden sind. Er erwidert nur: „Watch your steps!“ Also gut. Schlauerweise haben wir uns heute Morgen dazu entschlossen, unsere Wasserschuhe nicht mitzunehmen. So gehen wir jetzt zusätzlich zur Schnorchelausrüstung mit unseren FlipFlops ins Wasser. Geht auch, aber Wasserschuhe wären unter Umständen und unter Wasser besser, aber im Rucksack werden sie wenigstens nicht nass. Wir sind so Doldis. Dieses Mal kommt George mit ins Wasser. Er greift sich einen Rochen und drückt im ein Stück Fisch in die Ohren (Ohröffnung). Er erklärt uns, dass beim Menschen Nase und Rachenraum verbunden seien und beim Rochen Ohren und Rachen. Der Fisch verschwindet auf Nimmerwiedersehen im Rochen. Er meint, das muss man so machen, da der Fisch, gäbe man ihn in das Maul, samt der Hand weg sei. So oder so, das muss man nicht gesehen haben. Wir lassen George das „Kunststückchen“ anderen zeigen und ziehen von dannen. Wir schnorcheln auf wenige Zentimeter Entfernung mit unzähligen Haien und Rochen, Gänsehaut ununterbrochen inklusive. Auch wenn das Wasser so flach ist, erscheint uns die schwimmende Haltung sicherer als die watende. Wir wollen nicht auf Rochen treten. Trotz aller Vorsicht kommt es zu einigen Körperkontakten zwischen den beiden großen Jägern und uns. Die Tiere sind aber, so scheint es uns Laien wenigstens, tiefenentspannt und zeigen uns gegenüber keinerlei Aggressivität. Als unser Guide aufbrechen möchte, wollen wir nicht aus dem Wasser. Aber er ist der Chef. Wir fahren jetzt mit unserem kleinen Boot durch den Durchbruch in die offene Südsee und halten geschätzt 100 Meter Abstand zum Riff. Wieder geht es ins Wasser. Hier ist es ungefähr 15m tief, meint George. Die Farbe ist nun tiefblau, die Sicht unter Wasser weiterhin sensationell. Hier sehen wir Lemon Sharks (Zitronenhaie), die viel größer aussehen als die Schwarzspitzenhaie, die hier neben tausenden Triggerfischen in rauen Mengen durchs Wasser gleiten. Die Lemon Sharks ringen uns einigen Respekt ab, aber wir haben ja beim Tauchen gelernt, dass unter Wasser alles größer und näher aussieht. Werden also schon nicht so groß sein. Die Schwarzspitzenhaie sind übrigens nur etwa 1m lang. Der Führer des zweiten Bootes, das dort schon vor Anker liegt, taucht zu einem Zitronenhai ab und hält ihn an der Rückenflosse. Dabei sehen wir deutlich, dass der Hai etwa die gleiche Größe, wie der Mann hat. Das Tier muss mindestens 1,80 Meter lang sein (Zitronenhaie können deutlich über 3m lang werden). Lina wird richtig mulmig und weicht Andi nicht mehr von der Seite, außer wenn dieser abtaucht, um die Fische näher betrachten zu können. So ist sie dann doch froh wieder an Bord zu sein. Doch wo ist ihr Schnorchel? Sie hat ihn beim Einstieg ins Boot ans Meer verloren. Sie bedeutet Andi nach ihm zu tauchen. Das Ding sinkt aber so schnell, dass sich Andi vergeblich müht. Kein Problem meint George und hält ihr einen anderen Schnorchel hin. Den kann sie geschenkt haben, da er zwei Schnorchel hat. Lina ist perplex, da der Schnorchel viel besser ist, als der den sie verloren hat. Außerdem hat George für sich auch nur noch ein Basic-Modell. Er ist so liebenswert! Es geht weiter Richtung Mittagessen und Lina fragt George während der Fahrt, ob es denn hier auch Meeresschildkröten gibt. Der antwortet mit ja, aber sehr wenige, denn die Locals seien der größte Feind der Schildkröten. Lina kennt diese Tierart nicht und fragt Andi nach seinen Fachkenntnissen. Er erklärt, dass George die Einheimischen meint, die sehr gerne Meeresschildkröte essen. Als George sieht, dass Lina ihn verstanden hat grinst er und feixt. Er habe auch schon eine probiert und sie seien wirklich sehr lecker! Artenschutz at its best! Wie fahren zurück in die, Bora Bora umgebende, Lagune und George zeigt uns, wo seine Familie lebt. Es geht vorbei am Versorgungshafen, wo, vor allem für die Luxushotels, täglich Güter aus Tahiti ankommen und weiter an eine Stelle, an der man den charakteristischen Berg von Bora Bora besonders gut sehen kann. Leider hängt seine Spitze in den Wolken. Aber es muss ja einen Grund haben, warum die Landschaft hier in den verschiedensten Grüntönen leuchtet.Wir fahren weiter auf ein unbewohntes Motu. Wie die meisten, ist auch dieses in privater Hand. Der sehr reiche Besitzer, der sich als Künstler sein Brot verdient, erlaubt es George und seinem Cousin, es mit Gästen zu besuchen und einige Strohhüttchen zu benutzen. Wir sind ihm dankbar, denn die Schönheit dieses kleinen Fleckchens Erde ist tatsächlich nicht in Worte zu fassen – einfach atemberaubend. Wir hoffen, dass die Bilder ein wenig von der Schönheit wiedergeben. Wir werden hier zu Mittag essen und sind echt hungrig. Der andere Guide, Georges Cousin, ist auch hier und die beiden blödeln rum und machen die ganze Zeit Witzchen. Man, kann Arbeit Spaß machen. Die Guides stellen Tische im Meer auf, an denen wir mit den Füßen im Wasser essen können. Nach einer kurzen spaßigen Erklärung der Speisen, essen wir aber lieber im Schatten, denn mittlerweile brennt die Sonne gnadenlos. Das Essen wird auf Tellern aus Palmenblättern serviert und es schmeckt wunderbar. Wir wollen erfahren, woher das Essen stammt und wo auf der Insel wir noch einmal so gut essen können. Nur bei uns, meint der George. Denn Mama macht das Essen. Schade, denn die Speisen aus (teilweise rohem) Fisch, Salaten, genial gewürztem Hühnchen und Rind ist gigantisch. Während wir essen spielt Georgs Cousin auf der Ukulele, George trommelt und beide singen. Das macht wirklich eine tolle Atmosphäre bei diesem wundervollen Ausblick. Nach dem Essen ist Pause angesagt und wir erkunden das Motu. Es ist etwa lang wie breit und wir brauchen 2 Minuten auf die andere Seite. Klein aber oho, denken wir uns, denn von jeder Seite zeigt sich ein unvergleichlicher Blick, der einen daran zweifeln lässt, sich in der Realität zu befinden. Wir plantschen ein wenig im Nass und dann gibt es noch ein unverhofftes Programm von unseren Guides. Zuerst wird die Ukulele angestimmt und dann auch noch ein Bora Bora Lied (🎶Bora Bora heeee🎶) geträllert. Verdammt! Wir sind im Paradies! Danach geht es ans Eingemachte. Erst erklärt uns George, wie man einen Teller aus Palmenblättern macht. Er tut dieses mit voller Hingabe und kindlicher Freude, sodass man ihn am Liebsten in die Wange zwicken und dabei „man bist du groß geworden“ zum Besten geben möchte. Als Nächstes wird demonstriert, wie man in Polynesien eine Kokosnuss öffnet. Langweilig? Weit gefehlt! An dem Cousin von George ist ein echter Komiker verloren gegangen und wir würden uns alle auf dem Boden krümmen vor Lachen, wäre der nicht so sandig. Dann ist ein Zuschauer dran. Er darf mit Stein und „Eisen-Holz“ die Kokosnuss öffnen. Das klappt tatsächlich, nur ist der arme Kerl jetzt über und über mit Kokosmilch besudelt. Er zwingt sich ein Lächeln ab, die Menge johlt. Dann soll demonstriert werden, wie Kokosmilch hergestellt wird. Lina wird ausgewählt bei diesem Schauspiel zu assistieren. Ob es wohl daran liegt, dass sie beim letzten Zuschauer am lautesten und fiesesten gelacht hat? Sie darf eine Schüssel aus Palmenblättern halten, in die Teile der Kokosnuss geraspelt werden. Dazu hat der Polynesier sich gesetzt und einen Stock mit Raspel zwischen die Beine geklemmt. Lina, nahe vor ihm kniend, fängt nun das weiße Material auf. Dieses Bild scheint bei den Zuschauern die Fantasie anzuregen, denn es wird verschämt gekichert. Zu guter letzt werden die Kokosraspeln mit der Hand ausgepresst und schwups hat man die Kokosmilch. Das macht man natürlich direkt in den Mund und nun ist auch Lina über und über mit der weißen Milch besudelt. Der nächste Programmpunkt soll uns einen Affen präsentieren. Affen auf Französisch Polynesien? Wir sind verwirrt. Die Show beginnt. George tritt hervor und erklärt stolz wie Oskar, dass er ein Palmenkletterer ist und regelmäßig Bora Bora bei den Polynesischen Meisterschaften im Palmenklettern, in der jede Insel nur einen Kletterer entsendet, vertritt. Seine Demonstration eröffnet er mit einem polynesischen Kampf-Schrei-Macht-Demonstrations-Tanz. Wir hätten gedacht, dass wir uns bei so einer Demonstration vor lauter Fremdschämen hinter einem Busch verkriechen würden, aber hey, der Junge hat es echt drauf! Er mutiert von einer Sekunde auf die andere zu einem muskelbepackten Maorikrieger und der Tanz ist eher martialisch und auf jeden Fall sehr beeindruckend und, wie Lina denkt, irgendwie total männlich. Dann springt er auf einmal los und erklimmt eine deutlich über 10 Meter hohe Palme in wenigen Sekunden ohne Sicherungsleine oder Steigeisen. Oben lässt er sich grinsend feiern und ist so schnell wieder runtergeklettert wie er hochgekommen ist. Respekt George! Andi filmt das zum Glück! Damit ist diese wirklich unterhaltsame und lustige Pause in Traumkulisse leider auch schon vorbei und wir machen uns auf den Rückweg. Dabei umfahren wir einmal die Insel Bora Bora und können uns einfach nicht an ihrer Schönheit sattsehen. Kleine Häuser säumen die Straße, die einmal um die Insel herumführt. Keine Hotelkomplexe, keine Hochhäuser stören das Bild. Am Ostende der Insel wandelt sich das Bild. Zwar ist die Insel hier auch eher unbebaut, aber in Richtung Meer bzw. Korallenring reiht sich eine Überwasserbungalow-Anlage an die andere. Kein Scherz. Hier stehen unzählige Bungalows, die darauf warten für mehr als 700€ die Nacht gebucht zu werden. Exklusiv ist hier nur noch der Preis, finden wir. Ein weiterer Fakt tut es uns dann besonders an und wir denken, dass wir darüber noch lange schmunzeln werden. Das Sheraton Hotel baut gerade auf der Hauptinsel, genau gegenüber seines Resorts Unterkünfte für sein Personal, die verhältnismäßig hoch (4 Stockwerke) und wirklich keine Schönheit sind. Zukünftig darf man also als zahlender Gast auf 999 weitere Overwaterbungalows und nun auch noch auf die Unterkünfte des Personals schauen, während das Personal auf die Overwaterbungalows und strahlend blaues Meer schaut. Ob sich unser Arbeitgeber davon eine Scheibe abschneidet? Wir hätten schon gerne eine vom Arbeitgeber finanzierte Unterkunft mit Blick auf die Berge und überteuerten Skichalets. Auch George wird dort ab dem nächsten Jahr wohnen, wir hoffen, dass er seinen Job als Guide dann nicht gänzlich an den Nagel hängt. Zurück in unserer Unterkunft geht es zum Supermarkt und wir gönnen uns eine kleine Flasche Tahitianischen Rums mit Kokosgeschmack und lassen es uns gutgehen. Deutlich angesäuselt gehen wir in die Pizzeria nebenan, die uns die letzten Tage schon immer mit ihrem Steinofen im Eingangsbereich angelächelt hat. Diese entpuppt sich aber als Nobelrestaurant mit entsprechenden Preisen. Lina hat zwar Lust auf Meeresfrüchte (wahlweise auch gewürzt mit einer Prise Foie Gras), aber die Preise sind so gepfeffert, dass beim Lesen selbst Lina der Appetit versiegt. So wird es eine recht gute Pizza und ein Softgetränk für jeden, da auch die Preise für Alkohol jenseits von gut und böse sind. Trotz der Sparmaßnahmen ist der Endpreis dennoch so hoch, dass wir am Ende die Reste einpacken lassen und entschließen, dass dies morgen unser Mittagessen sein wird. Wir wundern uns noch warum wir an dem Steinofen niemanden unsere Pizza haben machen sehen, bis wir beim Hinausgehen bemerken, dass dieser aus Pappmaché ist. Guten Appetit denken wir uns und Gute Nacht.
- „George aus dem Dschungel“
- Korallengarten: Koralle, Fische und Sicht wie über Wasser
- Lina auf Tuchfühlung mit unzähligen Scissortail Sergeants
- Scissortail Sergeants, Sixbar Wrasse und Andi
- Lagunendurchbruch: George schnappt sich einen Rochen
- Mit dem Stingray auf Augenhöhe und…
- Tuchfühlung
- Er kommt direkt auf uns zu!
- Dreht aber kurz vor uns ab
- und wir beobachten den Blacktip Shark mit Slender Suckerfish weiter
- Absolute Nähe
- Wir bremsen auch für Haie und Rays
- Ja wo is er denn?
- Raubtiere unter sich
- Wir werden erwartet
- Offene Südsee: Deep blue sea mit Trigger-Fischen
- Kraft pur!
- dumdum dumdum… ahhhhhh!!!!
- Auf Augenhöhe mit den Schwarzspitzenhaien
- Sportlicher Typ, der Andi
- Lemon Shark
- Alles OK bei den beiden
- Der jagt dem Zitronenhai tatsächlich hinterher
- Hai-Reiten
- Der charakteristische Berg
- Blick vom Motu auf die Hauptinsel
- Kunst im Paradies
- Die Okulele darf nicht fehlen
- Köstliches Essen auf dem Bananenblatt serviert
- Abkühlung muss sein
- Warum ist das nur so schön hier?
- Traditionelles Boot
- Robinson Crusoe Insel
- Lina als Assistentin
- Selbst- und frischgepresste Kokosmilch
- „George“ tanzt den Maori Kampftanz
- „George“ erklimmt die Palme
- „Mr. Krabbe“ und Andi
- „George“ hat Spaß
- Und bleibt dennoch konzentriert
22. Oktober 2015
Man muss die Feste feiern wie sie fallen
Nach dem höchst ereignisreichen Gestern, steht heute Relaxen und Schnorcheln auf dem Programm. Dabei entdecken wir am Korallenriff direkt vor unserer Haustüre zwei Rochen im Wasser. Heute sind es aber keine Stachelrochen, da sie weder rund noch sandgrau sind, sondern einer schwarz und einer dunkelgrau mit weißen Punkten. Es sind tatsächlich die ziemlich seltenen Eagle Ray (Adlerrochen). Die Tiere sind beeindruckend elegant in ihrer Art und Weise durch das Wasser zu fliegen. Da will man nicht mehr aus dem Wasser. Zwei weitere Touristen haben die beiden Rochen auch gesehen und beim anschließenden Gespräch über die tollen Tiere lernen wir Michi und Lisi kennen. Sie sind Cousin und Cousine und kommen gerade aus Neuseeland. Wir beschließen gemeinsam ein Bier zu süffeln, spontan folgen unsere Rumreste. Diese sind bald erschöpft und so gehen wir einkaufen und kündigen eine neue Flasche Rum an, woraufhin Michi erst mal 10 Bier holt. Das Bier hier, Hinano, ist tatsächlich Bier und kein Wässerchen wie in Südamerika. Mit dem deutschen kann es natürlich trotzdem nicht mithalten. Da wir nun schon recht betrunken sind und keine Lust haben schon wieder horrendes Geld für das Essen zu bezahlen gibt es heute Kartoffelbrei und Hühnchen aus dem Supermarkt, das günstig uns recht lecker ist. Nach dem Essen setzen wir uns wieder mit den beiden lustigen Zeitgenossen zusammen und zu Rum und Bier kommt nun noch ein leckerer Riesling, den die beiden in Neuseeland auf einer Weintour gekauft haben. In dieser Runde sitzen wir bis morgens 3 Uhr am Strand und haben tolle Gespräche ohne dass auch nur ein weiterer Mensch am Strand auftaucht. Lisi reist 1,5 Jahre durch die Welt und ihr Cousin Michi besucht sie für 4 Wochen. Dabei steht bei ihnen Neuseeland, Tahiti, Bora Bora, Hawaii und Fiji auf dem Programm. Was für eine sensationelle Route, aber binnen 4 Wochen bestimmt auch anstrengend. Außerdem erhalten wir weitere Tipps für Neuseeland, die die tollen Emails mit Neuseeland-Insights von Martin (Arbeitskollege) und Uwe (Freund von Andi) ergänzen. Vielleicht sollten wir langsam mal überlegen was wir in Neuseeland eigentlich sehen wollen. Aber das wird vertagt. Wir sind zu müde und zu betrunken.
- Zwei Eagle Rays am Grund
- die schmusen möchten
- Viele viele Fähnchen-Falterfische
- So schön!!
- Und sooo nah!!
- So viele tolle Fische an „unserem“ Riff
23. Oktober 2015
Es geht weiter
Wir schlafen bis 10 Uhr aus und packen leicht verkatert unsere Rucksäcke. Mit viel Mitleid denken wir an Lisi, die bereits in aller Herrgottsfrühe zum Tauchen aufgebrochen ist. Wir könnten heulen, diese Insel jetzt verlassen zu müssen, aber das nächste Highlight wartet hoffentlich. Heute geht es über Raiatea nach Maupiti. Jacques stützt unsere These, dass Maupiti das nächste Highlight wird. Er ist furchtbar neidisch, da Maupiti sein soll, wie Bora Bora vor 30 Jahren. Wir sind gespannt! Die Überfahrt zum Flughafen verläuft planmäßig, aber auf dem Boot angekommen fängt es an, in Strömen zu regnen. Am Flughafen kann man Bora Bora gar nicht erkennen so verregnet ist es. Lina dankt Andi zähneknirschend für die Fotosession bei Ankunft. Andi denkt „Ich habs doch gesagt!“.








































































