21./22. August 2015
Ankommen und Selfmade Tour
Nachdem wir von unserer Unterkunft in Botswana (The Old Bridge Backpackers) am 20. August, 12:15Uhr nach Maun gefahren, nach Johannesburg geflogen, weiter nach Dubai und (quasi zurück) nach Rio geflogen sind, um dort von unserer Host Fernanda abgeholt zu werden, fahren wir noch 90 Minuten in die Favela Vidigal und dort ins Vidigalhouse. Mittlerweile ist der 21. August, 17Uhr, was 22Uhr in Botswana (und auch Deutschland) entspricht. Und ja, der Trip ist genau so anstrengend wie er sich hier liest. Also erst mal schnell unter die Dusche, da das körpereigene Frischegefühl nach fast 34 Stunden Reise nicht mehr ganz so stark ausgeprägt ist. Um dem Jetlag etwas entgegenzuwirken, raffen wir uns tatsächlich noch auf und suchen ein nettes Restaurant in der Favela. Die Favela fühlt sich sofort 100% sicher an und eher wir ein kleines mediterranes Dorf, denn was wir bis dato unter einer Favela verstanden hatten. Ein schönes Restaurant mit offener Dachterrasse und Blick über Vidigal sowie die Strände von Leblon und Ipanema ist schnell gefunden. Ganz so leicht geht es mit der Verständigung nicht. Die Karte ist ausschließlich auf Portugiesisch – Überraschung! Aber als gute deutsche Touristen sprechen wir natürlich die Landessprache fließend…ups…hier haben wir wohl etwas verwechselt. Die Bedienungen sprechen ebenso fließend Englisch, wie wir Portugiesisch. Obwohl wir uns also schnell als Gringos zu erkennen geben, sind sie extrem nett. Wir suchen eine Hauptspeise (ist in Brasilien i.d.R. für 2 (wenigstens wissen wir das)) aus, die schön klingt. Nachdem die Bedienung bei unserer ersten Beilage-Wahl (zur Hauptspeise sollte man drei Beilagen wählen) heftig mit dem Kopf schüttelt und uns sehr ungläubig anschaut, rät sie uns zu drei dazu passenden Beilagen. Die Spannung, was wir denn da wohl nun bestellt haben oder besser, bestellt haben lassen, ist ziemlich groß. Wir bekommen 2 schöne Rinderfilet vom Grill und die Beilagen Maniokmehl, eine sauere Soße (wir werden noch lernen, dass diese hier zum gegrillten Fleisch gehört) und Reis. Alles sehr lecker. Dazu gibt’s je zwei Caipirinhas, unsere ersten in Südamerika und die besten unseres Lebens! Das kostet in Summe ca. 70 Real, was ungefähr 18€ entspricht. Essen, Trinken, Menschen, Ausblick; jeweils Note 1. Gestärkt, aber hundemüde geht es zurück ins Hostel und viel wichtiger, in die Horizontale. Gute Nacht für heute!
Heute Morgen wird mit dem Frühstück des Vidigalhouses erst mal die atemberaubende Aussicht von unserer Dachterrasse genossen. Wie gestern im Restaurant, überblicken wir „unsere“ Favela sowie die Strände von Leblon und Ipanema, nur dieses Mal bei Tageslicht. Nachdem wir uns im Hostel aklimatisiert haben, wollen wir die Sachen aus der Nähe sehen und beschließen, einfach mal loszugehen. Da wir aus einigen Erzählungen, Berichten usw. zu wissen glauben, wie gefährlich Rio ist, nehmen wir natürlich keine Geldbeutel, keine Handys und Andi noch nicht mal die Sonnenbrille mit. Aus dem Hostel, geht es eng, kurvenreich und sehr steil bergab durch die Favela. Wir werden ständig gegrüßt und angelächelt – als Wahl-Münchner für uns befremdlich, aber total schön. Es ist aber auch gefährlich hier. An der Avenida Niemeyer (Hauptstraße am unteren Ende von Vidigal) könnten wir nun in den Bus einsteigen, gehen aber erst mal in der Nähe des Sheraton Rio Hotel & Resort viele viele Treppen nach unten. Da soll laut Fernanda der Vidigal Beach sein. Und tatsächlich ist hier ein kleines Stück Strand. Die ausschließlich einheimischen Badegäste grüßen ja schon wieder – unerhört! Wir kaufen uns dort ein Bierchen und genießen es, zum ersten Mal auf unserer Reise am Meer zu sein. Mit dem Bierchen und der dazu obligatorischen Kippe setzen wir uns auf einen großen, vom Wasser abgeschliffenen Stein – herrlich! Nach dem Aufstieg folgen wir der Av. Niemeyer weiter. Sie führt oberhalb des Meeres mit einer wunderbaren Aussicht direkt nach Leblon und danach weiter bis Ipanema. Wir kommen am Strand von Leblon an. Es ist total schön hier, aber es liegt noch so viel Strand in unserer Sichtweite, dass wir nur eine Kokosnuss (Lina) und ein Antarctica-Bier (Andi) zu uns nehmen und weitergehen bis zum Strand von Ipanema. Wir sind total begeistert von allem hier! Jetzt wird man auch nicht mehr gegrüßt. Leblon und Ipanema sind nicht nur weltbekannte Strände, sondern auch (gehobene) Viertel in Rio. In Ipanema stärken wir uns, natürlich typisch brasilianisch im McDonalds. Quatsch! Wir essen natürlich Empanadas (5Stück) die wirklich sehr lecker sind, aber fast unser sämtliches Tagesbudget für Essen aufzehren, auch das ist Ipanema. Wir können zwar kaum noch, gehen aber trotzdem weiter. Wenn man dann Straßenschilder mit Copacabana liest, ist das irgendwie toll. Wir kommen allerdings nur noch bis zum Hügel von Arpoador, welcher Ipanema von der Copacabana trennt. Das Zusammenspiel von Menschen, Stadt, Strand und Meer haben wir so noch nie gesehen – unglaublich. Dazu findet eben noch ein Surfcontest statt, den wir uns mit 2 Caipis zu Gemüte führen. Tolle Idee die Kamera und Handys im Hostel zu lassen – wir Deppen! Alle Menschen um uns herum schießen mit Designer-Sonnenbrillen auf der Nase tolle Fotos mit den neusten Handys. Mittlerweile dämmert es und wir nehmen ein Taxi zurück zum Hostel. Zumindest wollen wir das. Der Fahrer macht uns nämlich klar (wie auch immer er das schafft), dass er uns bis zum Vidigal bringt, aber dort nicht den Berg hoch fährt, da die Straßen zu eng, steil & kurvig sind. Kein Problem. Am Vidigal nehmen wir uns einfach je ein Moto-Taxi (Motorrad), welches uns für je 0,80€ zur Unterkunft bringt. Im Höllentempo rasen diese den Berg hinauf und hätte Lina auf Toilette gemusst, wäre ihre Hose wohl nach der Fahrt nass gewesen. So steigt sie nur zitternd vom Moto-Taxi und braucht erst einmal einen Wein und eine Zigarette. Am Ende sind wir laut GoogleMaps ca. 6km gegangen, ohne die Umwege vom Strand weg in Richtung Stadt. Fühlt sich viel mehr an! Wir schaffen es nicht mal mehr zum Essen zu gehen, sondern fallen ziemlich früh todmüde ins Bett. Was für ein geiler Tag! Wir sind bereits jetzt in diese Stadt verliebt!
- Blick über Rio von der Terrasse
- Dachterrasse Hostel Vidigalhouse
23. August 2015
Leben in der Favela und: der Ort des Weltmeisters
Neben dem ganzen mehr oder weniger Lesenswerten hier, gibt natürlich auch die Zeiten, in denen man einfach im Hostel sitzt. Die schon genannte Besitzerin Fernanda, ihr Mann Bruno und ihre Schwester Victoria wachsen uns dabei binnen kürzester Zeit extrem ans Herz. Sie sprechen Englisch und wir sind bei jeder Unterhaltung überrascht wie herzlich und offen sie uns gegenüber sind. Als sie uns dann noch zum Geburtstags-Barbecue von Fernandas und Victorias Papa in dessen Haus einladen, sind wir wirklich gerührt (dazu müssen wir sie zu Karneval und Olympia besuchen kommen). Schnell kaufen wir noch eine Flasche Rotwein für den (noch unbekannten) Jubilar und gehen mit Bruno zum Haus. Fernanda sei schon da und Victoria käme später, sagt er uns. Es ist Mittag und ein kurzer Spaziergang durch die Favela. Dort angekommen führt uns Bruno auf die Dachterrasse. Scheint hier jeder zu haben und der Ausblick ist wieder märchenhaft! Da oben sind die Eltern der Mädels und 2 Tanten, von denen wir erst mal umarmt und geküsst werden – es ist tatsächlich fast nicht zu glauben und würden wir es nicht erleben, wir hätten es vermutlich auch nicht geglaubt! Zum Glück haben wir noch ein paar Floskeln auf Portugiesisch gelernt: Alles Gute zum Geburtstag! Vielen Dank für die Einladung! Ich heiße… Sehr lecker… Die helfen aber nur Sekundenbruchteile, da nur Feranda und Bruno Englisch sprechen, was aber die anderen nicht abhält, sich mit uns zu „unterhalten“. Darüber hinaus werden wir sofort mit Bier und Wein versorgt und gebeten, uns am Beilagen-Tisch zu bedienen. Es gibt auf der Terrasse im Moment nur wenig Schatten und kaum Stühle. Für uns werden dann 2 Stühle geräumt und in den Schatten gestellt. Die Tanten kommen sofort zu uns und reden auf uns ein. Lina setzt ihr entzückendstes „ich-verstehe-kein-Wort-Lächeln“ auf, welches sie vor 5 Jahren auch immer Andis Opa zeigte, wenn der tiefes Schwäbisch sprach. Bruno soll sich nun um den Grill kümmern, hat aber als Schwiegersohn schlicht keine Lust, trinkt lieber mit uns und bittet Fernada dies zu übernehmen. Macht sie auch – tolle Ehe, so sollte das sein! Die Sachen vom Grill werden dann nicht auf einzelne Teller für die Gäste verteilt, sondern nach Art aufgeteilt. Also ein Teller Würste, ein Teller Rinderfilet usw. Die werden dann einfach reihum gegeben und jeder nimmt sich mit der Hand so viel, wie er gerade in den Mund schieben möchte. So locker, lieb, herzlich, gastfreundlich und 1000 weitere positive Adjektive!!!!!!!!!! Egal was wir hier essen, es ist einfach nur lecker und wir wollen nie wieder aufhören brasilianisches Barbecue zu genießen, selbst der rote Bohnensalat schmeckt köstlich und Bohnen mögen wir eigentlich beide so gar nicht. Leider müssen wir dann auch schon aufbrechen, da wir am Nachmittag Karten für das Spiel Clube de Regatas do Flamengo vs. São Paulo Futebol Clube im Estação Maracanã haben! Das Geburtstagskind will uns aber nicht gehen lassen, bis ihm Bruno erklärt, warum wir gehen müssen. Das wird sofort von allen verstanden (mittlerweile sind sicherlich 15 Personen auf der Dachterrasse) und uns wird zu verstehen gegeben, dass wir Flamengo anfeuern müssen und für das Ergebnis mit verantwortlich sind, ehe wir von allen wieder umarmt und geküsst werden. Als wir es aus der Tür geschafft haben, haben wir beide einen ziemlich großen Klos vor Rührung im Hals. Wunderschöne Erfahrung!!
Der Klos löst sich, als am Horizont das Maracanã zu erkennen ist. Hier haben unsere Jungs also den WM-Pokal letztes Jahr in die Höhe gestreckt. In und um die Bude herrscht eine unglaubliche Euphorie und alles in schwarz und rot, den Farben von Flamengo (CRF), was auch schon in der Favela der Fall war. Unsere Plätze sind top, die Stimmung auch, nur das Spiel will nicht so recht. Als dann São Paulo auch noch in Führung geht, wird auch die Stimmung schlechter. Wären wir doch beim Geburtstag geblieben. Dann kommt CRF allerdings zum Ausgleich und gegen Ende sogar noch zum 2:1-Sieg durch Paolo Guerrero. Das Stadion kocht und niemand ist mehr auf seinen Sitzen. Die Stimmung bleibt auch nach dem Spiel und außerhalb des Stadions fantastisch und total friedlich. Wir sind sehr froh hier gewesen zu sein, auch wenn wir gerne mehr Zeit auf dem Geburtstag verbracht hätten. Zurück in der Favela, es ist bereits stockdunkel, geht es wieder mit dem Moto-Taxi nach oben. Es ist Rushour und so fährt Lina schon einmal vor und Andi wartet auf das nächste Gefährt. Während der Fahrt macht der Fahrer immer so komische Gesten mit der Hand und Lina denkt, dass er die Leute grüßt, wundert sich aber, warum er sich dabei immer nach ihr umsieht. Irgendwie dauert die Fahrt auch länger als sonst und die Gegend kennt sie auch nicht. Wird sie entführt? War das jetzt schon das Ende der Reise, geht es ihr durch den Kopf. Da leuchtet es ihr ein! Der Fahrer wollte von ihr wissen wo er lang fahren muss – aber woher soll SIE denn das wissen? Sie lässt den Fahrer stoppen und zeigt ihm die Visitenkarte des Hostels. Er nickt und fährt weiter und immer weiter und immer weiter, immer tiefer und höher in die Favela durch die engen Gassen. In einer völlig unbekannten Gegend stoppt er und lässt Lina absteigen und zeigt ihr, dass sie ab jetzt zu Fuß weiterlaufen soll. Verzweifelt holt sie noch einmal die Karte hervor. Zum Glück fragt der Fahrer noch einen Passanten, ob er richtig ist und dieser kennt dann angeblich das Hostel. Und so geht es wieder runter und runter und runter bis Lina endlich vor dem Hostel ankommt. Andi steht recht aufgelöst davor und ist erleichtert, dass Lina wieder da ist. Auch er hatte sich einige Szenarien überlegt und wäre fast schon losgelaufen um Lina zu suchen, denn Handys mit funktionierender Karte für Brasilien haben beide nicht. Der Fahrer ist auch sehr erleichtert, dass er Lina heil abgegeben hat und erklärt mit Händen und Füßen den Verlauf der Geschichte. Mit Lina ist an diesem Abend nichts mehr anzufangen. Sie bekommt eine Flasche Rotwein und kann dank dieser dann auch schnell schlafen.
- Andi vorm Maracanã
- Macht Spaß…
- Stimmung super
- Wir haben gewonnen!!!
24. August 2015
Guided Rio-Tour
Eigentlich wollten wir heute abreisen. Da es uns aber in Rio, unserer Favela und dem Hostel so gut gefällt, haben wir um eine Nacht verlängert. Den heutigen Tag wollen wir mit einer Rio-Tour nutzen, die uns Folgendes verspricht: Cristo Redentor auf dem Corcovado, Maracanã (extern), Sambadrom, Catedral Metropolitana de São Sebastião do Rio De Janeiro (Kirche in Pyramidenform), Arcos da Lapa / Carioca Aqueduct (schon zu Kolonialzeiten von den Portugiesen errichtetes Aquädukt), Escadaria Selaron (lange Treppen mit Fließen aus aller Welt), Essen an der Copacabana, Pão de Açúcar (Zuckerhut). Ganz schön voller Tagesplan. Wie immer gehen wir zu Fuß durch die Favela nach unten (Moto-Taxi nehmen wir nur nach oben (Sport, Sport, Sport), wenn Lina überhaupt jemals wieder auf so ein Ding steigt, bis zum Sheraton und dessen ATM und weiter bis nach Leblon, wo wir vor dem Marina Palace abgeholt werden. In unserer Reisegruppe sind 6 Damen aus Uruguay, die Deutsch sprechen, zwei chilenische Teenie-Girls, Mama mit Tochter aus Argentinien und ein argentinisches Pärchen. Unser Guide, Fatima, freut sich natürlich sehr, dass sie wegen der „Friends from Germany“ heute alles neben Spanisch auch auf Englisch erklären darf. Wir fahren gleich zum ersten absoluten Highlight, an der Copacabana entlang, durch Botafogo und den Nationalpark Tijuco den Corcovado hoch, bis zum Cristo Redentor. Wir haben dieses Ding schon so oft gesehen, aber da wir nun davor stehen, ist es wirklich sehr beeindruckend! Das empfinden neben uns, aber schon auch noch andere Menschen so. Kurzum, man muss warten bis mal kurz genügend Platz ist, um ein vernünftiges Foto machen zu können – und das an einem Montagmorgen! Darüber hinaus ziehen die Wolken hier oben sehr schnell an uns vorbei, mal ist man mitten drin, mal ist es total klar. Man muss also neben den Menschen auch noch die Wolkenbewegung für ein gutes Foto antizipieren. Trotz allem sehr beeindruckend. Nach 45min geht es dann wieder weiter. Wir fahren zum Maracanã, und obwohl wir gestern schon dort waren, bei einem Spiel, ist Andi ganz aufgeregt und zeigt Fatima ein Video, das wir gestern im Stadion gedreht haben. Am Maracanã angekommen schauen wir uns die Statue des Kapitäns der brasilianischen Nationalmannschaft, die erstmals Weltmeister wurde, an. Dort kann man sich auch mit Ballkünstlern, dem WM-Pokal oder einem Neymar-Trikot fotografieren lassen – wollen wir alles nicht. Nach ca. 10min bittet uns Fatima zurück zum Van, und wir sind (ja, na gut, Andi ist) jetzt richtig froh, dass wir gestern im Stadion waren. Wer das Maracanã sehen möchte, sollte das auf jeden Fall separat machen! Nun geht es zum Sambadrom, einer dauerhaft gesperrten Straße, an der auf beiden Seiten Tribünen sind. Andi, der alte Jecke, findet das auch beeindruckend, Lina eher lahm. Als uns Fatima dann aber erklärt, dass wir uns, wie die dort auftretenden Samba-Tänzer, für 10 Real verkleiden (lassen) können, findet Lina das ganz toll. Sie zerrt Andi zu dem Touri-Nap und beide ziehen die Kostüme an und posieren anschließend ganz sexy. Zu diesem Zeitpunkt gibt es noch keine Einigung darüber, ob ihr am Ende dieser Seite hierzu Bilder finden werdet. Wir verhandeln weiter, lasst euch überraschen. Nun fahren wir zu dieser tollen pyramidenförmigen Kirche. Nachdem Fatima uns aber erzählt, dass diese erst 1965 erbaut wurde, ist sie für uns schon langweilig, ehe wir dort sind – neumodisches Gelumpe alias Plattenbau. Fazit hinterher: aus unserer Sicht kein Must-See wenn man mal in Rio ist. Für das Aquädukt von Lapa halten wir noch nicht mal an. Sieht aber aus dem Van ganz nett aus und stammt aus der portugiesischen Kolonialzeit. Besichtigen wir dann vermutlich im nächsten Leben. Nun geht es zu den Escadaria Selaron. Diese sind wirklich beeindruckend und Lina freute sich schon, wie eine kleine Prinzessin auf ihr Einhorn, die ganze Zeit darauf. Wir gehen die Treppen dann auch einmal bis ganz nach oben. Mit dem Fotografieren verhält es sich ähnlich wie am Cristo Redentor, man muss ständig gute Momente abpassen, um nicht noch zig fremde Personen auf „seinem“ Foto zu haben. Als uns Fatima dann zurück zum Van beordert, warten alle anderen schon auf uns. Fand wohl niemand so toll wie wir. Na gut, dann müssen die Südamerikaner mal auf die Europäer warten. Wir sind einfach zu höflich. Nun geht es zur Copacabana zum Mittagessen. In ein typisch brasilianisches All-You-Can-Eat Grill-Restaurant (Grill Inn Churrascaria). Das ist ohne die Sprache gar nicht so trivial. Die Getränke bestellt man, das Essen holt man sich am Buffet oder vom Grillmeister. Normalerweise lässt man sein Essen dann wiegen, bezahlt und bekommt sein Besteck. Da Fatima das für uns aber schon übernommen hat und wir die Sitten nicht kennen, setzen wir uns mit dem erjagten Essen hin und wundern uns, warum wir kein Besteck haben. Uns gelingt es dann aber gekonnt, sämtliche Kellnerinnen mehrfach zu verunsichern. Das geht eine ganze Weile hin und her, bis der Typ vom argentinischen Pärchen das Trauerspiel nicht länger mit anschauen kann und uns hilft. Am Ende können wir essen, was nötiger als lecker ist. Nach dem Mittagessen fahren wir dann zum Pão de Açúcar (Zuckerhut). Natürlich sind auch hier wieder viele Touris. Nichtsdestotrotz ist das, wie auch schon auf dem Corcovado (Landseite Rios), ein absolutes Highlight. Der 360-Ausblick von der Meerseite über Rio und das Meer, all die schönen Strände. Einfach atemberaubend! Am Schluss der Tour werden wir dann noch von den chilenischen Mädchen geküsst, obwohl die uns den ganzen Tag eher genervt hatten. Südamerika ist so gut! In Summe muss man alles was wir heute gesehen haben, vielleicht außer der Kirche, besichtigen, wenn man mal in Rio ist. Beim nächsten Mal werden wir das aber vermutlich ohne Guide bzw. gebuchte Tour machen, da man die Geschwindigkeit dann selbst bestimmen kann. Auf der anderen Seite ist es natürlich schön, zu all diesen Sights das Wichtigste gesagt zu bekommen, wenn man wie wir, etwas nachlässig in der Vorbereitung auf RJ war. Einfach jeder nach seinem Gusto.
- Es wird ein guter Tag
- Favela abwärts
- Zuckerhut
- Lagune
- Sicht auf Copacabana
- Cristo Redentor wolkenlos 🙂
- Alleine mit dem Schöpfer 😉
- Teams der Weltmeistermannschaften
- Sambadrom Lina
- Sambadrom Andi
- Vorfreude auf Karneval
- 1965er Kirche von außen
- 1965er Kirche innen
- Die Treppen haben wir für uns allein
- Break
- Andi auf Treppe
- Gleich geht’s hoch
- Zwischenstation zum Zuckerhut
- Krallenäffchen aufm Zuckerhut (Danke an Dr. Prof. A. B.)
- Copacabana, links hinter Andi
- Wahnsinnsblick vom Zuckerhut
25. August 2015
Aufbruch zur Ilha Grande
Nachdem wir in der Nacht nur bis 5 Uhr schlafen konnten, da doofe Backpacker nach der Rückkehr ins Vidigalhouse ihre Party noch nicht beendet hatten, fahren uns Bruno und Fernanda doch tatsächlich die 4 Stunden nach Angra dos Reis, dem Sammelpunkt für Überfahrten auf die Insel. Zu Mittag gehen wir noch zu viert essen. Dort angekommen hilft uns Bruno beim Kauf der Tickets und trägt sogar noch Linas 20kg-Rucksack. Fernanda will am liebsten mitkommen, aber Bruno erinnert sie pflichtbewusst an die Arbeit in Rio.
Wir verlassen Rio mit zwei weinenden Augen! Die Stadt ist der WAHNSINN, die Favela Vidigal WUNDERBAR und die Menschen dort einfach nur extremst LIEBENSWERT – Rio, wir sind in Dich verliebt!
Wir sind gespannt, ob die Ilha Grande den ersten Eindruck von Brasilien verstetigen kann.
- Danke Bruno, Fernanda und Victoria!
- Es war großartig!




























